Die Ausstellung „500 Jahre Universität – was von der Geschichte übrigblieb“ wurde am Mittwoch (14. Oktober) im Landgrafenschloss eröffnet. Sie wirft einen umfassenden Blick auf 500 Jahre Marburger Universitätsgeschichte.
Die Ausstellung lädt ein, Geschichte anhand konkreter Objekte zu entdecken. Bis zum 28. Februar 2027 sind im Landgrafenschloss historische Insignien, Urkunden, Porträts, wissenschaftliche Objekte und Schriftstücke aus fünf Jahrhunderten zu sehen. Die Ausstellung vereint dabei prunkvolle Stücke ebenso wie unscheinbare Dokumente, die von den unterschiedlichen Facetten der Universitätsgeschichte erzählen.
Zu sehen sind unter anderem das Gründungsprivileg der Universität, Zeugnisse zur Geschichte des Frauenstudiums und zur Zeit des Nationalsozialismus sowie die Nobelpreisurkunde des Marburger Mediziners Emil von Behring, die nach langer Zeit erstmals wieder präsentiert wird. Die Objekte stammen aus dem Universitätsarchiv, der Universitätsbibliothek und dem Universitätsmuseum. Sie machen sichtbar, was die Universität über fünf Jahrhunderte geprägt hat – und laden zugleich dazu ein, darüber nachzudenken, was davon in die Zukunft weist und welche Rolle die Universität künftig in Stadt und Gesellschaft spielen kann.
Ausgangspunkt der Präsentation sind die Insignien der Universität. Dabei handelt es sich um das Privileg, Zepter, Matrikel, Statuten, Schlüssel und die Präsidentenkette. „Diese Objekte sind nicht nur schön und teilweise kostbar, sondern symbolisierten auch Befugnisse und Rechte der Universität“, erläuterte Kuratorin und Dr. Katharina Schaal. Sie ist die Leiterin des Universitätsarchivs.
Über diese historischen Objekte hinaus wirft die Ausstellung Schlaglichter auf Themen wie das Pädagog und die Stipendiatenanstalt, die wissenschaftlichen Sammlungen oder die studentischen Proteste um das Jahr 1968. Nachdem der Universitätsbetrieb der protestantischen Gründung ohne das übliche päpstliche Privileg 1527 aufgenommen worden war, erlangte die Universität mit dem – 1541 verliehenen – kaiserlichen Privileg die reichsweite Anerkennung. Bereits vorher drängten die Professoren auf die Anfertigung eines Siegels, das 1531 geschnitten wurde, und auf die Anschaffung zweier Zepter. Das Siegel diente zum Beglaubigen von Rechtsgeschäften und von Abschlüssen.
Die 1533 fertiggestellten Zepter symbolisieren die akademische Selbstverwaltung. Sie wurden bis 1968 beim Rektorenwechsel dem alten und neuen Rektor vorangetragen. Durch ihren Einband sind der 1559 begonnene zweite Matrikelband und ein Band mit Abschriften der Statuten und wichtiger Urkunden als Pendants gestaltet. Der Statutenband befindet sich seit rund 400 Jahren in Gießen
.Beide Bände sind hier vermutlich erstmals wieder vereint. Sie verdeutlichen den rechtlichen Rahmen der Alma Mater sowohl in Bezug auf die Regelungen und Privilegien als auch hinsichtlich der Frage, welche Personen dazu gehörten: neben den Studenten finden sich in der frühen Zeit die Namen der Professoren in der Matrikel. Diese wichtigen Objekte aus der Geschichte der Universität sollen in deren Jubiläumsjahr einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
2027 feiert die Philipps-Universität ihr 500-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsjahr verbindet fünf Jahrhunderte Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte mit dem Blick auf die Gegenwart und die Zukunft der Universität. 1527 gründete Landgraf Philipp von Hessen die Universität in Marburg. Ihre Gründung steht dabei eng im Zusammenhang mit der Reformation in Hessen, die 1526 auf der Homberger Synode beschlossen worden war.
Das Jubiläumsprogramm startet im Oktober 2026. Es umfasst Ausstellungen, Veranstaltungen, wissenschaftliche Projekte und zahlreiche weitere Angebote für die Universität, die Wissenschaft und die Menschen in Stadt und Region. Es lädt dazu ein, Geschichte zu entdecken, Wissenschaft zu erleben und Zukunft mitzugestalten.
Die Philipps-Universität Marburg ist eine traditionsreiche Volluniversität mit rund 21.000 Studierenden und mehr als 4.000 Beschäftigten. Sie steht für eine von Neugier, Wandel und Verantwortung geprägte Wissenschaft in ihren zentralen Handlungsfeldern Forschung, Bildung und Transfer. Informationen zum Jubiläum unter 500jahre.uni-marburg.de.
* pm: Philipps-Universität Marburg