Zwei neue Drehleitern verstärken die Marburger Feuerwehr. Sie sorgen für mehr Sicherheit und Brandschutz in Marburg.
Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Marburg hat zwei neue Drehleitern für die Hauptfeuerwache und den Standort Cappel. Damit stärkt die Universitätsstadt ihre Leistungsfähigkeit bei Bränden, technischen Hilfeleistungen und insbesondere bei der Rettung von Menschen aus Gebäuden. Den ersten Einsatz hatte eines der Fahrzeuge bereits am Tag der Übergabe.
Wie wichtig die neuen Drehleitern für die Sicherheit in Marburg sind, zeigte sich unmittelbar am Tag ihrer Übergabe durch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies an die Feuerwehr: Eine der neuen Drehleitern wurde am selben Abend zu einem Wohnhausbrand in der Marbach alarmiert und kam dort zum Einsatz, um Menschen aus dem Gebäude zu evakuieren.
„Mit den beiden neuen Drehleitern investieren wir unmittelbar in den Schutz der Menschen in Marburg“, erklärte der Brandschutzdezernent Spies. „Gerade in unserer historischen Altstadt, in engen Straßen und bei schwierigen baulichen Situationen kommt es auf leistungsfähige und wendige Einsatzfahrzeuge an. Die neue Technik ermöglicht eine schnellere und sicherere Rettung – und die beiden Fahrzeuge erleichtern zugleich die Arbeit unserer Feuerwehrleute.“
Die neuen Fahrzeuge kosten zusammen rund 2,25 Millionen Euro und ersetzen die bisherigen Drehleitern an der Hauptfeuerwache und in Cappel. Neben einer Förderung vom Land soll außerdem der Verkauf der beiden bisherigen Drehleitern zur Finanzierung beitragen.
Beide Drehleitern wurden baugleich und mit gleicher Ausstattung gekauft. „So können alle Einsatzkräfte, die auf einer Drehleiter geschult sind auch jederzeit die andere bedienen“, erklärte Fachdienstleiterin Carmen Werner vom städtischen Fachdienst Brandschutz. Außerdem sollen beide Fahrzeuge jährlich miteinander getauscht werden. „Die Drehleiter an der Hauptfeuerwache wird häufiger genutzt und hat somit einen höheren Verschleiß“, erläuterte Werner. Durch den Tausch wird die unterschiedlich starke Belastung ausgeglichen, sodass beide Fahrzeuge für mindestens 25 Jahre zur Verfügung stehen sollten, bevor sie wieder ersetzt werden müssen.
„Die neuen Fahrzeuge haben ein Gelenkteil, mit dem der Korb abgeknickt werden kann“, erklärte Andreas Kuhl vom Fachdienst Brandschutz. „So können auch Einsatzstellen erreicht werden, an denen die bisherigen Fahrzeuge an ihre Grenzen stießen – etwa Dachfenster auf Giebelrückseiten oder zurückliegende Galerien. Geholfen hat diese Funktion bereits bei dem Einsatz in der Marbach.“
Gemeinsam mit den Haupt- und Ehrenamtlichen, die beide Fahrzeuge nutzen werden, hat Kuhl erarbeitet, was die Fahrzeuge können sollten. Dabei galt es viele Besonderheiten in Marburg zu beachten. Eine Hinterachs-Zusatzlenkung verbessert die Wendigkeit der Fahrzeuge. Das ist insbesondere in den engen Straßen der historischen Oberstadt von großer Bedeutung.
So kann beispielsweise die Kurve bei der Zufahrt zum Schlossbereich am Barfüßertor künftig in einem Zug gefahren werden. Darüber hinaus sind die Drehleitern rund zehn Zentimeter schmaler als üblich. Das ist ebenfalls von Vorteil in engen Gassen.
In den neuen Rettungskorb passen außerdem bis zu fünf Personen statt bisher drei. So könnten im Ernstfall mehrere Menschen schneller aus Gebäuden gerettet werden. Mit modernen Kamerasystemen ist die Drehleiter außerdem einfacher und sicherer zu bedienen. Und die Beleuchtung kann ohne zusätzliches Stromaggregat betrieben werden – das reduziert die Lärmbelastung und erleichtert insbesondere nächtliche Einsätze.
Übergeben wurde das neue Fahrzeug durch Oberbürgermeister Spies offiziell während des vierten „Marburger Blaulichttags“ am Samstag (26. September) im Georg-Gaßmann-Stadion an die Freiwillige Feuerwehr Marburg. Bei diesem Aktionstag, der alle zwei Jahre stattfindet und federführend von Oliver Hahn ehrenamtlich organisiert wird – gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen und Hauptberufler*innen aus dem Rettungs- und Katastrophenschutz – steht die Blaulichtfamilie im Mittelpunkt. Große und kleine Gäste haben sich auch diesmal wieder über die verschiedenen Einsatzbereiche, die insbesondere ehrenamtlich abgedeckt werden, informiert.
* pm: Stadt Marburg