Durch Betrüger: Marburger Senior gemein um sein Geld gebracht

Falsche Bankmitarbeiter haben 25.000 Euro Bargeld ergaunert. Darum warnt die Polizei erneut vor solchen Betrugsmachen.
Ein Marburger Senior wurde am Mittwoch (30. September) Opfer eines Telefonbetrugs. Die falschen Bankmitarbeiter hatten es auf sein Bargeld sowie seine Zahlungskarten abgesehen. Als gegen Mittag das Telefon des Rentners klingelte, meldete sich ein Mann, der sich als Sicherheitsbeauftragter seiner Bank ausgab. Im weiteren Verlauf des Gesprächs behauptete der Mann, dass unter dem Namen des Marburgers eine Warenbestellung aufgegeben worden sei.
Aus Sicherheitsgründen sei es nun erforderlich, Zahlungskarten sowie Bargeld einem Fahrer zu übergeben. Das Geld werde abfotografiert und anschließend wieder zurückgebracht. Gegen 14.30 Uhr erschien schließlich ein Abholer und nahm die Karten inklusive der PINs sowie rund 25.000 Euro Bargeld entgegen.
Dieser Mann wird als etwa 40 Jahre alt mit kurzen schwarzen Haaren beschrieben. Bekleidet war er mit einem weißen Hemd. Anschließend entfernte er sich über die Raiffeisenstraße.
Die Marburger Kriminalpolizei sucht Zeugen, die den beschriebenen Mann wahrgenommen haben und Hinweise auf seine Identität geben können. Solche Hinweise werden telefonisch unter 06421/406-0 entgegengenommen. Um es den dreisten Betrügern möglichst schwer zu machen, bittet die Polizei um Mithilfe: „Sprechen Sie mit älteren Angehörigen über die vielfältigen Maschen der Täter! Stellen Sie sich als Ansprechpartner für Ihre Angehörigen zur Verfügung!“
Unter derTelefonnummer 110 können Bürgerinnen und Bürger jederzeit die Polizei zu Hilfe holen. Betrüger manipulieren oftmals geschickt. In der Regel versuchen sie, ihre Opfer initial zu schockieren. In vorangegangenen Fällen kam es bereits zu zahlreichen Anrufen und Gesprächen, die sich teils über einen langen Zeitraum – in manchen Fällen Stunden – erstrecken können.
Darin üben die Kriminellen im Verlauf immer mehr Druck auf ihre Opfer aus. Die dabei genutzten Betrugsmaschen sind vielfältig. Im Kontext von falschen Bankmitarbeitern ist der typische Ablauf der gängigsten Fälle ein Schockanruf mit der Aufforderung, Kartenund Codes sowie Wertgegenstände zu übergeben.
Die Täter rufen an und geben sich als Mitarbeiter der Bank oder Sparkasse aus. Oft behaupten sie, es seien „unregelmäßige Kontobewegungen“ aufgefallen. Daher seien weitere Sicherheitsvorkehrungen nötig.
Unter dem Vorwand, die Karte sperren oder prüfen zu müssen, wird das Opfer gedrängt, die PIN preiszugeben. Entweder geschieht das direkt am Telefon, vor Ort an den falschen Mitarbeiter oder durch Eingabe in eine gefälschte Website. Da die Karte angeblich „defekt“ oder „unsicher“ sei, kündigt der Anrufer an, ein Kurier oder Kollege werde sie sofort an der Haustür abholen, um sie zur Bank zu bringen. Teils wird versucht, auch weitere Wertgegenstände in Verwahrung zu nehmen, um sie so vor Dieben zu sichern. Sobald die Betrüger Karte und PIN haben, heben sie umgehend Bargeld an Automaten ab oder tätigen Einkäufe.
Banken fragen telefonisch nicht nach Details, Wertgegenständen, Geheimnummern oder fordern telefonisch zu Überweisungen auf. Die Ermittler raten: „Sollte sich ein angeblicher Mitarbeiter bei Ihnen melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf! Vergewissern Sie sich im Zweifel persönlich bei Ihrer Bank! Geben Sie auf keinen Fall Informationen zu Ihren Wertgegenständen, private Daten wie zum Beispiel Bankkonto- und Kartendaten oder andere Zugangsdaten zu Kundenkonten ( zum Beispiel PayPal), heraus!“

* pm: Polizei Marburg

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