Gemeinsam mit der Bevölkerung möchte die Stadt die Zukunft des Richtsbergs entwickeln. Dazu hat sie eine Bus-Tour zu Schlüsselmaßnahmen veranstaltet.
Der Richtsberg wurde 2025 in das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ aufgenommen. Damit stehen in den kommenden Jahren finanzielle Mittel für Baumaßnahmen und Projekte zur Verfügung, die das Zusammenleben im Stadtteil stärken. Das Programm wird in den nächsten 15 Jahren umgesetzt. Auf einer Bus-Tour sind nun die Schlüsselmaßnahmen bis 2035 vorgestellt worden.
Das Ziel der Veranstaltung war, die wichtigen Maßnahmen des „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts“ (ISEK) vorzustellen und über die weiteren Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren. Das ISEK bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung des Richtsbergs und bündelt Maßnahmen aus unterschiedlichen Bereichen: Dazu zählen soziale und kulturelle Angebote und Räume, Wohnumfeld, nachbarschaftliches Zusammenleben, öffentliche Plätze und Grünflächen, Klimaschutz, Gesundheit, nachhaltige Mobilität, lokale Wirtschaft und Gewerbe sowie Sauberkeit und Sicherheit.
Eingeladen hatten die Stadt Marburg, das Bewohnernetzwerk für Soziale Fragen (BSF) und das Planungsbüro Projektstadt. Neben den Beteiligten und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Bürgermeisterin Nadine Bernshausen, Stadträtin Kirsten Dinnebier und Stadtrat Michael Kopatz nahmen zirka 50 Personen aus Einrichtungen und der Politik sowie interessierte Einwohner*innen teil. Auftakt war am Christa-Czempiel-Platz-Platz.
„Ich freue mich sehr, dass der Richtsberg in das Förderprogramm Sozialer Zusammenhalt aufgenommen wurde“, eröffnete Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies die Veranstaltung am Christa-Czempiel-Platz. „Denn wir wissen: Ein so großer Stadtteil wie der Richtsberg, der braucht Orte und Plätze Strukturen für ein gutes Miteinander, der braucht Maßnahmen zur Klimaanpassung und eine moderne Infrastruktur.“
Auch Ortsvorsteherin Erika Lotz-Halilovic begrüßte die Teilnehmenden. Anschließend stellte Cora Pfleger aus dem städtischen Fachdienst Stadtplanung und Denkmalschutz die Schlüsselmaßnahmen für den Platz vor. Im Mittelpunkt stehen die Umgestaltung des Christa-Czempiel-Platzes sowie dessen direktes Umfeld.
Außerdem soll dort ein Quartierszentrum mit Räumen für Kultur, Vereine und Nachbarschaftsaktivitäten entstehen – dazu sollen entweder vorhandene Räume saniert oder ein Ersatzneubau geschaffen werden. Hier soll ein Treffpunkt für den gesamten Stadtteil entstehen.
Anschließend fuhr der Bus zur nächsten Station an der Bushaltestelle vor der Richtsberg-Gesamtschule (RGS). Am Schulcampus erläuterte Ingolf Linke von Projektstadt die vorgesehenen Maßnahmen. Dazu gehören die multifunktionale Anpassung und Sanierung der Gebäude, die Entwicklung der Hangfläche und die Aufwertung der Sportplätze. Außerdem ist denkbar, dass dort ein zweiter interkultureller Garten entsteht. Der Schulcampus soll sich zu einem noch stärker vernetzten Ort für Bildung, Bewegung, Begegnung und Austausch für den gesamten Stadtteil entwickeln.
Bürgermeisterin Nadine Bernshausen betonte die Bedeutung der Beteiligung junger Lweute: „Kinder und Jugendliche sollen nicht nur diejenigen sein, für die wir planen, sondern diejenigen, mit denen wir planen. Gerade beim Schulcampus können sie selbst am besten sagen, was sie brauchen. Deshalb gehört ihre Beteiligung für mich ganz selbstverständlich zur weiteren Entwicklung dieses Ortes. Jugendförderung und Bauamt werden dabei eng zusammenarbeiten, damit die Ideen der Kinder und Jugendlichen auch tatsächlich in die weitere Planung einfließen.“
Stadträtin Kirsten Dinnebier ergänzte: „Wir denken Schule immer im Sozialraum und öffnen deshalb schon immer die Schulhöfe und Räumlichkeiten nach dem Unterricht und am Wochenende für den gesamten Stadtteil als Orte für Begegnung sowie Sport und Bewegung.“
Von der Haltestelle aus ging es weiter zur Badestube. Dort stellte Cora Pfleger die geplanten Maßnahmen rund um das Siedlerhaus und die Idee für einen Wasserspielplatz am Pommernweg vor. Das Siedlerhaus soll saniert und sein Umfeld weiterentwickelt werden, um einen Ort für Begegnung und nachbarschaftliche Aktivitäten zu schaffen. Ziel ist, attraktive und gut nutzbare Freiräume für unterschiedliche Altersgruppen zu entwickeln und sie möglichst barrierearm zu gestalten.
Weiter ging die Fahrt über die Leipziger Straße. Während der Durchfahrt ging es darum, wie Wege besser beleuchtet werden können sowie um die Weiterentwicklung der Spielplätze im Stadtteil. Geplant sind unter anderem ein inklusiver Spielplatz und die Verbesserung des Bolzplatzes an der Erfurter Straße.
An der Haltestelle „Damaschkeweg“ stiegen die Teilnehmenden erneut aus. Von dort ging es zum Garagenhof und auf das BSF-Gelände. Pia Gattinger vom BSF stellte die dort vorgesehenen Schlüsselmaßnahmen vor: Der Garagenhof und das BSF-Gelände sollen als Nachbarschaftstreffpunkte weiterentwickelt werden. Geplant sind außerdem Verbesserungen entlang der Beltershäuser Straße, um die Stadtteile Richtsberg und Cappel besser miteinander zu verbinden. Auch der Multifunktionsplatz an der Erfurter Straße soll umgestaltet werden, damit er auch von älteren Kindern und Familien gut genutzt werden kann.
Stadtrat Dr. Michael Kopatz schloss die Veranstaltung mit einem Dank an alle Teilnehmenden ab: „Vielen Dank, dass Sie hier waren und sich für Ihren Stadtteil, für die Gemeinschaft einsetzen und sich in die Diskussion einbringen! Erzählen Sie von heute in Ihrem Bekanntenkreis! Wir werden viele weitere Gespräche führen und freuen uns über jede Person, die sich beteiligt.“
Die Beteiligung der Menschen vor Ort ist ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung des Richtsbergs. Bereits 2023 haben die Menschen beim „Stadtlabor Richtsberg“ Ideen und Wünsche eingebracht. Diese Anregungen wurden in den Förderantrag aufgenommen.
Im November 2025 fand mit dem „Forum Richtsberg 2035“ der Auftakt zur Erstellung des ISEK statt. Alle Informationen sowie eine interaktive Karte mit Maßnahmen finden sich auf der Beteiligungsplattform der Stadt unter: www.marburgmachtmit.de/zusammenhaltrichtsberg.
Auch künftig werden die Richtsbergerinnen und Richtsberger bei der Umsetzung der Maßnahmen beteiligt: Unter anderem sind alle zwei Jahre Stadtteiltreffen vorgesehen. Dort wird über den Stand der Umsetzung des Programms informiert und gemeinsam über die weitere Entwicklung des Richtsbergs beraten. Zudem hat sich ein Richtsberg-Team aus derzeit neun Einwohner*innen aus allen Quartieren des Richtsbergs gebildet. Das Team begleitet die Entwicklung und Umsetzung des ISEK und beteiligt sich an einzelnen Fragestellungen.
* pm: Stadt Marburg