Einer besonders dreisten Betrugsmasche ist ein Jugendlicher am Dienstag (8. September) gegen 18 Uhr zum Opfer gefallen. Ein Betrüger nutzte die Sehbehinderung sowie die Hilfsbereitschaft des Jungen offenbar schamlos aus.
Der Betrüger täuschte den Jugendlichen an einem Geldautomaten und ergaunerte so sein Bargeld. Der unbekannte Mann sprach den Jugendlichen auf dem Bahnhofsvorplatz an und gaukelte ihm vor, keine Geldbörse und folglich auch kein Geld dabei zu haben. Er bat den Jungen, ihm eine Fahrkarte zu kaufen.
Gemeinsam gingen die beiden zu einem Automaten an der Bahnhofstraße im Bereich der Hausnummer 27. Das Opfer ging davon aus, dass es sich dabei um einen Fahrkartenautomaten handelte. Tatsächlich stand er jedoch vor einem Geldautomaten.
Der Jugendliche steckte daraufhin seine Bankkarte in den Automaten und gab seine PIN ein. Anschließend übernahm der Betrüger die Bedienung des Automaten. Dabei ließ er den Jugendlichen im Glauben, dass er die erforderlichen Daten für seine Fahrkarte eingebe.
Stattdessen veranlasste der Täter jedoch die Auszahlung von Bargeld und entfernte sich anschließend in unbekannte Richtung. Der Mann stand während des Vorfalls unmittelbar vor dem Jugendlichen, sodass der Sehbehinderte ihn schemenhaft wahrnahm und als etwa 1,70 Meter groß, Anfang 20 Jahre alt mit dunklen lockigen Haaren und einem leichten Bartansatz beschreiben konnte. Bekleidet war er mit einem weißen T-Shirt und einer schwarzen Hose. Den Angaben zufolge soll er fließend Englisch gesprochen haben.
Die Ermittler der Marburger Kripo suchen Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben und Hinweise auf den Täter geben können. Personen, die Angaben machen können, werden gebeten, sich bei der Polizei Marburg unter der Telefonnummer 06421/4060 zu melden.
* pm: Polizei Marburg