Begeistert besichtigen: Programm zum Tag des Denkmalschutzes

Zum „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag (13. September) gibt es zahlreiche Führungen und Workshops. Sie eröffnen spannende Einblicke in Schloss, Rathaus und Karzer.
Zahlreiche historische Orte öffnen auch in Marburg zum „Tag des offenen Denkmals“ ihre Türen. Es gibt Führungen, Workshops, Vorträge und besondere Einblicke in die Stadtgeschichte. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist – sofern nicht anders angegeben – frei.
Das Programm reicht vom Botanischen Garten über das Rathaus, den Historischen Studentenkarzer und die Elisabethmühle bis zu den Stadtmauern, dem Landgrafenschloss und der Alten Synagoge. Die zentrale Eröffnung findet um 12 Uhr im Historischen Saal des Rathauses durch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies statt. Bereits um 10 Uhr gibt es eine Führung durch den Alten Botanischen Garten mit Andreas Ruppel und Frau Kaufmann mit einer Dauer von etwa 90 Minuten. Treffpunkt ist die Holzbrücke zum Alten Botanischen Garten von der Johannes-Müller-Straße.
Ab 11 Uhr folgen Führungen durch den Historischen Studentenkarzer. mit einer Dauer von etwa 45 Minuten. Weitere Führungen finden um 13, 14 und 15 Uhr statt. Treffpunkt ist der Eingang zur Alten Universität von der Reitgasse aus. Eine Anmeldung ist hier zwingend erforderlich, da der Raum so klein ist. Sie ist telefonisch möglich unter 06421/9250-176 (Mo-Fr) oder per E-Mail: karzer-marburg@gmx.de, es wird eine Bestätigung versandt.
Um 11 Uhr beginnt im Innenhof des Landgrafenschlosses ein Aquarell-Workshop mit Randi Grundke. Um 11 Uhr und um 13.30 Uhr beginnen in der Elisabethmühle am Wehrdaer Weg je ein Vortrag und Führung mit Wilhelm Lotz von etwa einer Stunde Dauer. Zusätzlich gibt es einen Informationsstand des Fischereivereins, die Teilnahme der Feuerwehr mit einem historischen Drehleiterfahrzeug sowie Vorführungen des Kanusportvereins.
Ab 11.30 Uhr ist im Rathaus ein Informationsstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit der Jugendbauhütte Marburg unter Beteiligung der Unteren Denkmalschutzbehörde der Universitätsstadt Marburg aufgebautg. Um 12 Uhr folgt dann – ebenfalls im Rathaus – die offizielle Eröffnung durch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies im Historischen Saal. Ab 12.15 Uhr startet vor dem Rathaus eine Führung mit Stadtführer Wolfgang Urban mit etwa einer Stunde Dauer.
Von 13 bis 16.30 Uhr gibt es im Innenhof des Landgrafenschlosses unter dem Titel „Behind the Scenes“ Offene Erkundungen des Schlosses“. Drei Führungen mit Einblicken entweder in den Schlossturm, in die Grabungszone oder in die Brunnenkammer. Die Erkundungen starten jeweils jede halbe Stunde. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen zu den Führungen sind möglich unter www.marburg-tourismus.de.
Um 15 Uhr beginnt der „Marburger Stadtmauern“ als Führung mit Ortskuratorin Dr. Ulrich Andersch mit einer Dauer von etwa zwei Stunden. ab 16 Uhr startet am Obermarkt die Führung“Alte Synagoge und Marburger Leben im Mittelalter“ mit Ortskuratorin Daniela Vogt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Dauer etwa 45 Min. Treffpunkt ist die Mainzer Gasse am Obermarkt. Von 17 bis etwa 18.30 Uhr gibt es im Fürstensaal des Landgrafenschlosses das Körpertheater „ROOTS“ von Karen Rémy.
Der Historische Studentenkarzer in der Alten Universität ist ein Relikt der akademischen Gerichtsbarkeit und damit ein besonderer Teil der Universitätsgeschichte. Er wurde 1879 mit dem Neubau des Westflügels der sogenannten Alten Universität eingerichtet und ist der einzige studentische Karzer in Hessen. Die Wände sind mit Bemalungen früherer Insassen verziert.
Das Marburger Rathaus wurde zwischen 1512 und 1515 erbaut. Bei Führungen können Besucher*innen zahlreiche Bereiche des historischen Gebäudes erkunden – vom Dach bis zum Keller. Im Mittelpunkt stehen unter anderem der mittelalterliche Ratssaal mit seinen Renaissancefresken, der Treppenturm mit der Rathausuhr und die eindrucksvolle Mechanik des Uhrwerks. Auch das Lochgefängnis und weitere historische Bereiche werden vorgestellt. Dabei geht es um die Geschichte des Rathauses als Ort der Rechtsprechung, Verwaltung, Kommunikation und Begegnung. Ein paar der unzähligen Geschichten über die 500 Jahre dürfen nicht fehlen: Was hat es mit dem Fechtboden auf sich? Was hatten die Marburger Studenten mit dem Rathaus zu tun? Wer waren die prominentesten Gäste? Und wohin ist das alte Ratssilber verschwunden?
In der Elisabethmühle am Wehrdaer Weg 1 erläutert der Eigentümer bei einer Führung die wechselhafte Geschichte der ältesten Marburger Mühle. Bereits 1250 überließ die hessische Landgräfin Sophie von Brabant die damalige Elwinsmühle dem Deutschen Orden. Nach einem Brand im Jahr 1530 wurde die Mühle neu errichtet und 1809 der Familie Lotz in Erbleihe überlassen. Daher trug das Bauwerk auch den Namen „Lotzenmühle“. Seit 1978 produzieren die Turbinen aus dem Jahr 1896 Strom.
Bei einem etwa zweistündigen Rundgang entlang der Marburger Stadtmauern lassen sich mittelalterliche Reste wie Türme und Tore entdecken. Die Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert ist mit rund 2,5 Kilometern Marburgs größtes und längstes Denkmal. Viele ihrer Abschnitte liegen verborgen und werden selbst von manchem Marburger kaum wahrgenommen.
Am Tag des offenen Denkmals wird zudem das Landgrafenschloss zum Raum für Entdeckungen, Bilder, Bewegungen und neue Fragen an die Vergangenheit. Es ist bei freiem Eintritt geöffnet. Besucher*innen können die Ausstellungen erkunden, durch die historischen Räume wandeln und Stadt-, Landes- und Kulturgeschichte aus unterschiedlichen Perspektiven entdecken.
Bei „Behind the Scenes – Erkunde das Landgrafenschloss“ werden ab 13 Uhr der Schlossturm, die Brunnenkammer und die Grabungszone zugänglich. Im Halbstundentakt führen die Erkundungen zu archäologischen Schichten, historischen Mauerwerken und Räumen, die über Jahrhunderte genutzt, verändert und teilweise vergessen wurden.
Im Workshop „Ein Schloss voller Geschichte“n)“ entstehen ab 11 Uhr mit Bleistift und Aquarellfarben eigene Comics und Erzählungen. Gemeinsam mit Randi Grundke wird das historische Gebäude zur Bühne der Fantasie. Der Workshop richtet sich an Kinder ab acht Jahren; maximal zehn Personen können teilnehmen. Anmeldung unter bildung.museum@uni-marburg.de.
Zum Abschluss verwandelt Karen Rémy den Fürstensaal in einen Erinnerungsraum. Die multimediale Tanzperformance „ROOTS – Eine Suche nach Wurzeln“ fragt danach, wie Geschichte in Menschen weiterlebt. Themen wie Kolonialismus und Krieg, Flucht, Herkunft und Völkerverständigung werden durch Körper und Bewegung erfahrbar.

* pm: Stadt Marburg

Kommentare sind abgeschaltet.