Marburg ist müde. Auch nach dem Ferienende gähnt noch das hitzegegerbte und von Regen genässte Sommerloch.
Träge ziehen die Tage dahin. Vom munteren Plätschern der Bäche und Flüsse ist angesichts der immer noch niedrigen Wasserstände wenig zu vernehmen. Lahm schleppt sich die Lahn über das Grüner Wehr in Richtung Gießen und weiter dem Rhein entgegen.
Erst brannte die Sonne vom Himmel herab. Dann brannten die Wälder. Doch den menschengemachten Klimawandel leugnen einige ewig Gestrige immer noch. Bei den nächsten Wahlen werden sie dafür wahrscheinlich sogar noch belohnt werden, weil manche Wahlberechtigte lieber die Augen vor der drohenden Katastrophe verschließen und ihre eigenen Metzger wählen, als sich aus ihrer selbstgerechten „Opfer“-Rolle herauszubequemen zu zukunftsweisendem Engagement.
Eigentlich müssten die Menschen längst auf den Barrikaden stehen oder mit feurigem Eifer massenhaft auf die Straße gehen. All das geschieht nicht, während die Demokratie Schicht um Gesellschaftsschicht allmählich und unbemerkt auseinanderbricht. Anfang September wird in Sachsen-Anhalt gewählt; doch das ist weit weg. Marburgerinnen und Marburger kümmert die Regierung in Magdeburg anscheinend keinen Dreck!