Aktiv und ausgezeichnet: Bundesverdienstkreuz für Marianne Ursula Oehler

Marianne Ursula Oehler wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Seit Jahrzehnten ist sie im Dienst für andere Menschen.
Für ihren jahrzehntelangen und herausragenden Einsatz für andere Menschen hat Marianne Ursula Oehler aus Lahntal den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Landrat Jens Womelsdorf hat ihr die Auszeichnung an ihrer langjährigen Wirkungsstätte im St. Elisabeth Hospiz in Marburg überreicht. Oehler wurde in der Ordensstufe „Verdienstkreuz am Bande“ –
umgangssprachlich auch „Bundesverdienstkreuz“ genannt – ausgezeichnet. Der Verdienstorden ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.
Besondere Verdienste für die Gesellschaft hat Oehler sich in ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Hospiz erworben: Dort engagiert sie sich bereits seit 27 Jahren mit viel Empathie: Sie kümmert sich um sterbende Menschen, leistet ihnen Gesellschaft und unterstützt sie. Sie liest vor, singt Lieder, schaut gemeinsam Fußball oder backt und kocht mit ihnen. Je nachdem, was der einzelne Mensch gerade braucht und möchte.
Trotz ihrer eigenen Einschränkungen – sie kann nur mit einem Rollator gehen – ist sie einmal pro Woche im Hospiz. Ein weiterer wichtiger Aspekt ihres Ehrenamts ist die Ausbildung zukünftiger Ehrenamtlicher: Seit 2000 ist sie als Ausbilderin für Ehrenamtliche tätig und bereitet in einer 100-stündigen Schulung an zehn Wochenenden die angehenden Helferinnen und Helfer auf ihre Aufgaben im Hospiz vor.
Zudem ist sie bei der Ausbildung lokaler Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts „Hospiz macht Schule“ aktiv und widmet sich auch diesem Ehrenamt mit viel Herzblut. „Hospiz macht Schule“ ist ein bundesweites Projekt der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH. Es hat zum Ziel, Kinder in der Grundschule behutsam, ehrlich und altersgerecht an die Themen Sterben, Tod und Trauer heranzuführen.
„Der Einsatz für andere Menschen – häufig in ihren schwersten Stunden und am Ende ihres Lebensweges – ist alles andere als selbstverständlich und verdient großen Respekt“, machte Landrat Jens Womelsdorf deutlich. „Mitgefühl, Menschlichkeit, Trost – all das sind Werte, die eine funktionierende und gute Gesellschaft ausmachen. Und diese Werte lebt Marianne Oehler seit vielen Jahren mit ihrem ehrenamtlichen Engagement im Hospiz und darüber hinaus. Dafür möchte ich ihr aufrichtig und herzlich danken.“
Das gelte besonders auch, weil ein solches Engagement auch für die Engagierten häufig seelisch – aber auch körperlich – eine Herausforderung sei. „Umso mehr hat Marianne Oehler ein sichtbares Zeichen der Würdigung verdient; und deshalb freue ich mich, ihr den Verdienstorden der Bundesrepublik überreichen zu können“, erklärte der Landrat. Die Geehrte sei ein Vorbild für andere.
Oehler war von 1984 bis 2007 auch Leiterin der „Jungschargruppe“ (Kindergruppe) der evangelischen Kirchengemeinde Sterzhausen. Dabei organisierte sie ein abwechslungsreiches Programm für Kinder im Alter von sechs bis vierzehn Jahren. Durch Spiel, Basteln und Singen schuf sie bereichernde Erlebnisse für die Kinder. Da alle Aktivitäten auf Freiwilligkeit und Eigenmotivation basierten, entwickelten die jungen Menschen wertvolle Kompetenzen, bei denen Fairness, Wertschätzung, Solidarität und Verantwortung im Mittelpunkt standen. Zudem war Oehler auch an der Organisation von Weltgebetstagen, Sternsingen und Kirchenbasaren beteiligt.
Seit 1994 ist außerdem Chorleiterin des Lahntaler Chors „Lahntabile“. Seit über 30 Jahren stellt sie sicher, dass die Räumlichkeiten der Arztpraxis ihres Ehemannes für die Proben des Ensembles zur Verfügung stehen und organisiert dort verschiedene Veranstaltungen. So wurden beispielsweise bei einem Benefizkonzert vor einigen Jahren Spenden für die Innenrenovierung der Kirche in Sterzhausen gesammelt. Oehler ist auch künstlerisch aktiv: Sie töpfert, zeichnet und verkauft ihre Werke zugunsten des St. Elisabeth-Hospizes.
Lahntals Bürgermeister Carsten Laukel betonte, Oehlers außergewöhnliches Engagement habe vier Säulen: „Kunst, Kultur, Nächstenliebe und Kirche!“ Man könne gar nicht hoch genug schätzen, was Marianne und ihr Mann für den Landkreis und die Gemeinde Lahntal getan haben, so Laukel. Auch er dankte Marianne Oehler von Herzen.
Auch hauptberuflich hat sich Marianne Oehler lange um andere Menschen gekümmert – sie war Krankenschwester. Sie ist 1952 in Büdingen geboren und aufgewachsen und hat gemeinsam mit ihrem Mann drei Kinder.

* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf

Kommentare sind abgeschaltet.