Ermutigung: Rap-Ferienworkshop im Waldtal

„Sound of Diversity – Identitätskonstruktion durch Rap“ ist der Titel eines Workshops für Jugendliche. Angesprochen sind junge Leute zwischen 13 – 27 Jahren.
Stattfinden soll der künstlerisch-partizipatorische Hip Hop – Ferienworkshop von Montag (3. August) bis Freitag (7. August) jeweils von 11 bis 17 Uhr im Sankt Martin Haus im Waldtal. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist bis Montag (27. Juli) möglich über cwagner@waggonhalle.de.
„Du schreibst eigene Texte?“ Das ist eine der Fragen im Einladungstext. „Du rappst gerne oder wolltest es schon immer mal ausprobieren? Hier hast du die Gelegenheit.“
Weiter heißt es dort: „Du lernst den Ursprung des Hip Hop kennen und diskutierst über Themen wie Diskriminierung, Rassismus und Vielfalt. Ihr schaut euch gemeinsam Raptexte von bekannten Künstler*innen an und arbeitet zum Thema Empowerment.“
Im Anschluss heißt es Action: „Ihr lernt, wie Beat-Produktion und Songwriting funktioniert und erarbeitet eigene Texte zu den Themen, die euch beschäftigen. Ihr schreibt, übt und produziert. Und dann ist Showtime: Ihr lernt, was es heißt, eure eigenen Texte in einem Tonstudio aufzunehmen. Zum Schluss euer großer Auftritt: Am 13. September steht ihr auf der Bühne der Waggonhalle und performt eure eigenen Songs und feiert gleichzeitig die Release-Party eures selbst kreierten Albums.“
Shalau Baban ist ein in Marburg tätiger Musik-, Kultur- und Jugendpädagoge, der sich seit vielen Jahren besonders im Bereich Hip-Hop-Kultur engagiert. Als pädagogischer Mitarbeiter am Ökumenischen Sozialzentrum St. Martin-Haus arbeitet er mit Jugendlichen verschiedener Hintergründe und nutzt Musik, Medienarbeit und Hip-Hop als kreative Zugänge für Persönlichkeitsentwicklung, Empowerment und interkulturelle Bildung. Baban absolvierte mehrere mehrtägige Fortbildungen im Bereich Hip-Hop-Pädagogik.
Darunter war auch eine spezialisierte Weiterbildung mit Fokus auf den kulturellen und historischen Wurzeln des Hip-Hop in New York City. Im Rahmen dieser Arbeit begleitete er eine Jugendgruppe nach New York, um dort gemeinsam mit den Jugendlichen die Ursprünge der Hip-Hop-Kultur kennenzulernen – von den legendären Schauplätzen der Bronx bis hin zu Begegnungen mit lokalen Akteuren der Szene. Diese Erfahrungen fließen bis heute in seine pädagogische Arbeit ein.
Neben seiner Tätigkeit in der Jugendarbeit ist Baban seit Jahren auch als Musikproduzent aktiv. Er hat an mehreren deutschsprachigen Rap-Produktionen mitgewirkt, darunter Gold- und Platin-ausgezeichnete Songs und Alben. Seine Arbeit bewegt sich dabei zwischen Beatproduktion, Studioarbeit und Co-Producing.
Oft sind das in Kooperation mit Künstlern, die im deutschen Rap-Mainstream etabliert sind wie zum Beispiel Nimo, Amo, Olexesh und „Haftbefehl)“. Durch die Verbindung von Pädagogik, Hip-Hop-Kultur und Musikproduktion schafft Shalau Baban einen Raum, in dem Jugendliche sich authentisch ausdrücken, kreative Fähigkeiten entwickeln und kulturelle Kompetenzen aufbauen können. Sein Ansatz macht ihn zu einer wichtigen Brücke zwischen Jugendkultur, sozialpädagogischer Praxis und professioneller Musikarbeit.
Aljoscha Tischkau wird mit Shalau Baban die Beat-Produktion leiten, aber auch beim Songwriting unterstützen.Geboren wurde er 1983 in Duderstadt. Seit über 15 Jahren verbindet er Jugendkultur, Empowerment und Antirassismus mit künstlerischen Formaten – insbesondere im Theater-, Performance- und Hip-Hop-Kontext.
Seine Arbeit ist geprägt von partizipativen, niedrigschwelligen und identitätsstärkenden Ansätzen, die marginalisierte Jugendliche in den Mittelpunkt stellen. Er war künstlerischer Leiter, Produzent, Workshopleiter und Mitorganisator zahlreicher Festivals, Performances und Jugendkulturprojekte wie „Beatz im Park“, „Hip Hop – Tag und Nacht“. Zudem spielte er in „Yo Bro“ am Schauspiel Frankfurt.
Seine kulturelle Bildungsarbeit reicht von internationalen Hip-Hop-Austauschen bis zu künstlerischen Kooperationen mit Theatern, Schulen und Jugendzentren. Er ist Stadtteilsozialarbeiter in Flensburg und war zuvor als Medienpädagoge und stellvertretender Leiter der Jugendkultur-
und Medienwerkstatt Das Haus in Eckernförde tätig. Als kultureller Jugendsozialarbeiter und Projektmitarbeiter im landesweiten Projekt „DISS-kriminierung“ der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein hat er vielfältige Empowerment- und Antirassismusprojekte umgesetzt.
Er studierte Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg und erforschte in seiner Abschlussarbeit, wie Hip Hop in Deutschland als globales Sprachrohr marginalisierter Jugendlicher wirkt. Derzeit vertieft er dieses Themenfeld im Weiterbildungsmaster „Kulturelle Bildung an Schulen“. Als ehemaliger American-Football-Spieler (1. Liga, Vize-Meister, Europapokal) und lizensierter Trainer C engagiert er sich weiterhin im Jugendsport. Aljoscha Tischkau ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Laura Tischkau übernimmt maßgeblich den Bereich der Einführung der Workshop-Woche sowie das Songwriting. Geboren wurde sie 1990 in Henstedt-Ulzburg. Aufgewachsen ist sie in Elmshorn bei Hamburg.
Sie arbeitet an der Schnittstelle von Sozialwissenschaft, politischer Bildung und kultureller Praxis. Seit ihrem Abschluss als Sozialwissenschaftlerin an der Philipps-Universität Marburg (2015) mit den Schwerpunkten Gender Studies, Postkolonialismus und Antirassismus verbindet sie gesellschaftskritische Perspektiven mit einer konsequent praxisorientierten Arbeit in Jugend-, Präventions- und Kulturprojekten. Ihre professionelle Laufbahn begann in der Jugendarbeit unter anderem in Projekten wie „Wissen baut Brücken“, wo sie früh Verantwortung übernahm und in der Tandem- und Gruppenleitung tätig war.
Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Radikalisierungsprävention: Als Onlineberaterin bei Fällen von religiös begründetem Extremismus entwickelte sie niedrigschwellige, dialogische Beratungsansätze für Jugendliche und ihr Umfeld. Ihre Arbeit ist geprägt von der Überzeugung, dass Prävention nur gelingt, wenn junge Menschen als Expert*innen ihrer eigenen Lebenswelt ernst genommen werden und sich gesehen fühlen.
Darüber hinaus war Laura Tischkau im Bereich der kulturellen Bildung und Theaterarbeit – unter anderem als Produktionsleitung in der Theaterwerkstatt Pilkentafel in Flensburg – tätig. Hier verbindet sie organisatorische Kompetenz, ästhetische Sensibilität und ihr sozialwissenschaftliches Verständnis von Machtverhältnissen und Repräsentation. Ihre Arbeit ist wesentlich geprägt von einer intersektionalen Perspektive, die sowohl strukturelle Diskriminierung als auch individuelle Handlungsspielräume in den Blick nimmt.
Thematisch bewegt sie sich seit vielen Jahren an den Schnittstellen von Antirassismus, Geschlechtergerechtigkeit, sozialer Teilhabe und Empowerment. Ihre beruflichen, wie ehrenamtlichen Aktivitäten zeichnen sich durch einen praxisnahen, verantwortungsbewussten Ansatz aus, der politische Bildung, soziale Arbeit und kulturelle Praxis miteinander verbindet. Begegnungen mit Menschen, die von verschiedenen Diskriminierungsformen betroffen sind, prägen ihren Alltag ebenso wie ihr professionelles Handeln und ihre kontinuierliche Reflexion.
Tischkau lebt mit ihrer Familie in Flensburg. Sie engagiert sich gesellschaftlich und politisch. Sie ist mit lokalen wie überregionalen Netzwerken verbunden und setzt sich dafür ein, Räume zu schaffen, in denen soziale Gerechtigkeit, Empowerment und solidarische Zusammenarbeit gelebt werden können.

* pm: Waggonhalle Kulturzentrum Marburg

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