Landrat Jens Womelsdorf hat den Leitenden Notarzt Dr. Andreas Jerrentrup verabschiedet. In dieser Funktion war Jerrentrup seit 2006 ehrenamtlich aktiv.
20 Jahre lang war Dr. Andreas Jerrentrup in leitender Funktion als Notarzt im Rettungsdienst für den Landkreis Marburg-Biedenkopf tätig. Landrat Jens Womelsdorf hat ihn nun mit der Übergabe der Abberufungs-Urkunde im Marburger Landratsamt verabschiedet und sein langjähriges Engagement gewürdigt. Die Funktion als Leitender Notarzt hatte Jerrentrup seit dem Jahr 2006 inne.
Das ist eine ehrenamtliche Funktion mit viel Verantwortung: Denn ein Leitender Notarzt („LNA“) übernimmt bei Großschadenslagen wie großen Unfällen, Explosionen oder auch im Katastrophenfall die medizinische Gesamtleitung am Einsatzort. Er koordiniert also die medizinischen Einsatzkräfte und ist wichtige Ansprechperson für die Kräfte vor Ort. Dabei arbeitet er mit der dem Organisatorischen Leiter oder der Organisatorischen Leiterin Rettungsdienst, kurz „OLRD“, zusammen. Gemeinsam koordinieren sie dabei die medizinischen Rettungsmaßnahmen und stellen die Versorgung durch den Rettungsdienst auch bei größeren und komplexen Einsatzlagen sicher.
„Es ist absolut keine Selbstverständlichkeit, sich so viele Jahre ehrenamtlich und in so einer verantwortungsvollen Position zu engagieren“, betonte Landrat Womelsdorf. „Umso dankbarer bin ich, dass Dr. Andreas Jerrentrup über die Jahre stets ein zuverlässiger Partner im Leitungsdienst des Rettungsdienstes war.“ Der Kreis als Rettungsdienst-Träger habe von seiner Fachkenntnis und Erfahrung in hohem Maße profitiert.
Auch die – für die Tätigkeit erforderliche – hohe Einsatzbereitschaft sei hervorzuheben, erklärte Womelsdorf. Die Funktion als Leitender Notarzt wird rund um die Uhr aus einem Pool an qualifizierten Ärztinnen und Ärzten sichergestellt. Stand Anfang Juni 2026 sind im Kreis neun LNA und 14 OLRD berufen.
Dr. Martin Sassen ist Ärztlicher Leiter Rettungsdienst beim Kreis. Er betonte, Jerrentrup sei ein exzellenter Notfallmediziner. Durch seine ruhige und geduldige Art und die Fähigkeit, stets in Zusammenhängen zu denken, bringe er die idealen Voraussetzungen für eine Tätigkeit als LNA mit.
Auch Kreisbrandinspektor Lars Schäfer sowie Maik Klein von der Rettungsleitstelle beim Kreis dankten Jerrentrup für die lange und gute Zusammenarbeit. Als Leitender Notarzt hört Jerrentrup aus Kapazitätsgründen auf, denn auch hauptberuflich hat der 57-järhige Kirchhainer eine Leitungsfunktion inne: Er ist Chefarzt der Notfallmedizin am Universitätsklinikum in Marburg und arbeitet damit auch weiterhin an der Schnittstelle von Notaufnahme und Rettungsdienst.
Auch Dr. Susanne Betz hat Landrat Womelsdorf kürzlich als Leitende Notärztin verabschiedet. Sie war neun Jahre in dieser Funktion tätig. Auch ihr dankte der Landrat für das langjährige und Engagement und die verlässliche Zusammenarbeit.
Der Landkreis ist nach den gesetzlichen Vorgaben Träger des Rettungsdienstes. Er stellt also den organisatorischen Rahmen für den Rettungsdienst. Die Leitenden Notärztinnen und Notärzte sind daher ehrenamtlich für den Kreis tätig. Für die Erfüllung der rettungsdienstlichen Aufgaben können Landkreise auch Hilfsorganisationen beauftragen. In Marburg-Biedenkopf übernehmen diese Aufgaben der DRK Rettungsdienst Mittelhessen, die Johanniter-Unfall-Hilfe, (Regionalverband Mittelhessen) sowie der Malteser Hilfsdienst (Diözese Fulda).
* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf