Die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) feiern Geburtstag. Die Ketzberbach feiert ebenfalls.
Die Anwohnerschaft jener Straße, die von Westen aus auf das Hauptportal der Elisabethkirche zuläuft, feiern das Verschwinden eines stinkenden Bachs hinter ihren Gärten. 1858 verschwand er unter der Straße. Malerisch mag der Anblick der Ketzerbach zuvor zwar gewesen sein, abber keinesfalls erbauluich angesichts des Gestanks in dem offenen Kanal, der von Marbach durch die Stadt der Lahn entgegenströmte.
Was indes auf der Ketzerbach genau gefeiert wird, weiß heute kaum noch jemand. Für die meisten braucht es keinen Grund, sich zu besaufen. Musik und Bier gibt es genug, um sich auf das darauffolgende Wochenende einzustimmen, wo dann das Marburger Stadtfest „Drei Tage Marburg“ (3TM) stattfindet.
Wenig Grund zum Feiern haben auch die Menschen in den USA. Die Unabhängigkeitserklärung, die dort am 4. Juli 1776 unterzeichnet wurde, enthält weiter hinten Passagen, die man heutzutage als Anklage des derzeitigen US-Präsidenten Donald Trump lesen könnte. Willkür und Machtmissbrauch des englischen Königs werden da so beschrieben, dass die Parallelen zu Trump wirklich frappieren.
Doch auch in Deutschland würde ein Blick in die Geschichte einige frappierende Ergebnisse erbringen: Jene Partei, die am Samstag (4. Juli) in Erfurt ihren Parteitag abhält, weist durchaus unangenehme Parallelen zu jener Partei auf, die dereinst für das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte verantwortlich zeichnete. Bei allem Feiern sollte deswegen niemand vergessen, dass die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger unerlässliche Voraussetzung für jede fröhliche Feier ist.