Vorsorglich verfügt: Sperrung in Trinitatiskirche Wehrda

Die Trinitatiskirche in Wehrda muss saniert werden. Als vorsorgliche Maßnahme hat der Kirchenvorstand die Sperrung des Erdgeschosses verfügt.
Im Rahmen einer Routine-Überprüfung hat sich gezeigt, dass es ein Problem mit den Geschossdecken im Erdgeschoss der Trinitatiskirche in Wehrda gibt. Die Tragfähigkeit der Baukonstruktion ist gegeben, aber die Holz-Unterdecke wird als nicht verkehrssicher eingestuft. Um kein Risiko einzugehen, hat der Kirchenvorstand beschlossen, dass die Räumlichkeiten erst einmal nicht mehr betreten werden dürfen. Was an Sanierungsmaßnahmen erforderlich ist, wird nun gemeinsam mit Experten eruiert. Die Gottesdienste finden vorerst im Untergeschoss statt, das über eine Außentreppe erreichbar und von der aktuellen Schließung nicht betroffen ist.
Wie alle Kirchengebäude der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) werden auch die Kirchen in Marburg regelmäßig einer Überprüfung unterzogen. Durch den Einsturz der Elisabethkirche in Kassel 2024 sind alle Verantwortlichen noch einmal zusätzlich sensibilisiert worden, an den diesbezüglichen Maßgaben festzuhalten. Dabei sollen insbesondere mögliche Gefahren identifiziert werden – auch und gerade, wenn keine Schäden offensichtlich sind.
„Wir sind unserer Verpflichtung nachgekommen, das Gebäude prüfen zu lassen; aber es gab keinen Anlass, anzunehmen, dass etwas nicht in Ordnung wäre“, erklärte Pfarrerin Bettina Mohr. Nun liegt das Ergebnis der Untersuchung vor: Die Holz-Unterdecke in den Räumen im Erdgeschoss weist Mängel auf und es könne zu „einem plötzlichen Versagen ohne Ankündigung“ kommen, heißt es im Prüfbericht, der die Kirchengemeinde in derin der letzten Juni-Woche erreicht hat. Deshalb wurde nun sofort gehandelt. „Auch hier kommen wir unserer Verpflichtung nach“, erklärte Mohr.
Ein Problem sind die „Befestigungsmittel“ der Holzkonstruktion in den Unterdecken: So genannte „glattschaftige“ Nägel und Klammern, wie sie beim Bau der Trinitatiskirche verwendet wurden, können unter dem Eigengewicht der Konstruktion herauswandern oder sich herausziehen. Nach Rücksprache mit Dekan Dr. Burkhard von Dörnberg und Fachleuten des Bauausschusses und des Landeskirchenamts entschied der Kirchenvorstand, das Erdgeschoss als Vorsichtsmaßnahme ab sofort vorläufig zu sperren.
Nicht nur der große Kirchenraum ist mit der beanstandeten Holzverkleidung versehen, sondern auch die Büroräume, die Küche und die Toiletten im Erdgeschoss. Deshalb ist die gesamte Etage inzwischen gesperrt. Welche baulichen Maßnahmen nun von fachlicher Seite erforderlich und für die Kirchengemeinde umsetzbar sind, soll bei einem Ortstermin mit allen Beteiligten Anfang Juli geklärt werden. Gottesdienste feiern kann die Kirchengemeinde aber dennoch auch weiterhin – im Untergeschoss des Gebäudes, das 1980 eingeweiht wurde, besteht das Problem nämlich nicht.
Der Raum, in dem sonst immer die Kindergottesdienste gefeiert werden, ist groß genug, Toiletten sind ebenfalls vorhanden. Ein größerer Gottesdienst mit Taufe wird in die evangelische Martinskirche im Stadtteil verlegt.
Der Kirchenkreis nehme seine Verantwortung ebenfalls ernst und unterstütze die Kirchengemeinde bei allen Schritten, erklärte Dekan von Dörnberg. „Zugleich vertraue ich darauf, dass eine Kirchengemeinde wie die Trinitatiskirchengemeinde flexibel und kreativ mit dieser Herausforderung umgehen wird und dabei von ihrer Nachbargemeinde geschwisterlich unterstützt wird“, sagte von Dörnberg.
Wie es nach den Sommerferien weitergeht, will der Kirchenvorstand so schnell wie möglich entscheiden. „Wir werden die Gemeindemitglieder über unsere Homepage und alle verfügbaren Kanäle und auch über Aushänge in unseren Schaukästen informieren“, kündigte Pfarrerin Mohr an.

* pm: Evangelischer Kirchenkreis Marburg

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