Zum Rechtsterror: Ausstellungseröffnung im Landratsamt

„Rechter Terror in Hessen“ ist Thema einer Wanderausstellung im Landratsamt. Landrat Jens Womelsdorf eröffnet sie am Montag (6. Juli) um 18 Uhr.
Landrat Jens Womelsdorf eröffnet am Montag (6. Juli) um 18 Uhr im Foyer des Marburger Landratsamts die Ausstellung „Rechter Terror in Hessen“. Sie ist bis Donnerstag (30. Juli) im Landratsamt zu sehen. Der Besuch ist kostenlos.
Die Jahre 2019 und 2020 – mit dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke und dem Attentat von Hanau – stellen einen traurigen Höhepunkt in der Geschichte rechter Gewalt in Hessen dar. Doch rechter Terror ist kein neues Phänomen. Er zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte Hessens. Das haben der Politikwissenschaftler Sascha Schmidt und die Politikwissenschaftlerin Yvonne Weyrauch in ihrem Buch „Rechter Terror in Hessen“ umfassend dargestellt. Seit Gründung des Bundeslandes haben mindestens 21 Menschen durch brutale rechte Gewalt ihr Leben verloren.
Auf Grundlage der Recherchen zu ihrem Buch haben der Autor und die Autorin eine Ausstellung erarbeitet, die rechten Terror in seinen unterschiedlichen Facetten beschreibt. Die fotografisch bebilderten Exponate zeigen ausgewählte Fälle schwerer rechter Gewalttaten aus allen hessischen Regionen seit Bestehen des Bundeslandes. Die Fotografien machen deutlich: An den meisten Orten erinnert nichts an die schrecklichen Gewalttaten.
„Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Würde jedes Menschen sind wichtige Errungenschaften, die es zu schützen gilt“, betonte Landrat Jens Womelsdorf. „Genau deshalb sind solche Ausstellungen wichtig, weil sie sichtbar machen, wohin Hass und Hetze führen. Und dass es gilt, sich dem entschieden entgegenzustellen“.“
Die Ausstellung ist ein Projekt des Bildungswerks des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Hessen. Sie wird von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung gefördert. Zu sehen ist sie bis Donnerstag (30. Juli) zu den Öffnungszeiten der Kreisverwaltung montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr sowie freitags von 7 bis 14 Uhr.
Die Ausstellungseröffnung organisiert der Kreispräventionsrat des Landkreises Marburg-Biedenkopf.Ziel des Rates ist die Steuerung und Entwicklung von Ansätzen zur Straftatenvorbeugung und -verhütung. Fachwissen zur Kriminalitätsbekämpfung soll gebündelt und vernetzt werden. Mitglieder im Kreispräventionsrat sind neben dem Landrat und dem Oberbürgermeister der Universitätsstadt Marburg beziehungsweise dessen Vertreter die Polizei, das Netzwerk gegen Gewalt, die Justizbehörden und die Staatsanwaltschaft, das Staatliche Schulamt, die Jugendkonflikthilfe (JUKO), die Kirchen, die Universität, die KOMPASS-Kommunen Biedenkopf, Stadtallendorf, Gladenbach, Neustadt und Bad Endbach und verschiedene Fachbereiche der Kreisverwaltung.

* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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