Durst löschen: Marburger Gemeinden laden zu Sommerkirche ein

Unter dem Motto „Durst nach mehr“ gibt es auch 2026 eine „Sommerkirche“ der Marburger Gemeinden. Das hat der Evangelische Kirchenkreis Marburg am Mittwoch (24. Juni) angekündigt.
Auch in diesem Jahr laden verschiedene Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises Marburg im Stadtgebiet zu einer „Sommerkirche“ ein. „Durst nach mehr“ lautet das Motto für diese besondere Reihe von Gottesdiensten. Einige davon finden nicht in der Kirche statt, sondern – thematisch passend – zum Beispiel im Pfarrgarten oder im Café.
„Die Idee war, die Gottesdienste in die lauschigen Abendstunden zu legen und die Sommersonntage gemeinsam ausklingen zu lassen“, erklärte Vikarin Hannah Janssen von der Lutherischen Pfarrkirche. Sie hat die „Sommerkirche“ in diesem Jahr konzipiert und sich gedacht: „Warum nicht mal durch die Gemeinden der Stadt reisen und die vielen schönen Orte, die die Gemeinden außerhalb ihrer Kirchen zu bieten haben, kennenlernen? Oder ganz neue Orte als Gemeinde für sich entdecken?“
Angesichts der Jahreszeit lag das Thema „Durst“ nahe und das wird mit dem Angebot von alkoholfreien Cocktails zu jedem Gottesdienst ganz konkret aufgegriffen. Darüber hinaus aber auch mit einem jeweils ganz speziellen thematischen Fokus. „Wir wollen uns körperlich und auch geistlich erfrischen“, erläuterte Jannsen.
Die Matthäuskirchengemeinde in Ockershausen startet am Sonntag (5. Juli) mit dem Thema „Durst nach Leben“ in die „Sommerkirche“. In Kooperation mit der freiwilligen Feuerwehr des Ortsteils findet dieser Gottesdienst vor deren Gerätehaus statt. „Es geht um unser kostbares, schönes, aber leider auch sehr zerbrechliches Leben“, erklärte Pfarrer Christoph Seitz. „Wir wollen dem nachspüren, was es braucht und bedeutet, dieses besondere Geschenk zu bewahren und gegebenenfalls zu retten, in jedem Fall aber zu entfalten und nicht zu vergeuden.“
Eingeladen sind alle nicht nur zum Gottesdienst, sondern auch dazu, vielleicht gleich noch etwas über die Rettung von Menschen zu lernen. Ab 16 Uhr feiert die Kirchengemeinde nämlich zusammen mit der Feuerwehr erst einmal ein Sommerfest direkt am Gerätehaus und mit der Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Für Cocktails und fürs leibliche Wohl darüber hinaus ist gesorgt und der eigentliche Gottesdienst beginnt dann –
wie alle Gottesdienste der Reihe – um 18 Uhr ebenfalls vor Ort am Georg-Gaßmann-Stadion (GGS).
Eine Woche später thematisiert die Elisabethkirchengemeinde den „Durst nach Horizonten“. Propst Dr. Volker Mantey wird die Predigt halten. Für den musikalischen Rahmen sorgt Nils Kuppe mit dem Unichor. Eine halbe Stunde vor dem Beginn des Gottesdienstes – um 17.30 Uhr – sind die Besucherinnen und Besucher zum gemütlichen Ankommen bei alkoholfreien Cocktails eingeladen.
Getränke werden auch am Sonntag (19. Juli) serviert. Dann geschieht das in einem Gottesdienst. Der dafür extra ins „Café am Markt“ zieht. Inspiriert ist das von der Idee der „Kneipengottesdienste“. Dafür haben sich die Pfarrerinnen Annika Wölfel und Lisa Brekerbohm nicht nur spezielle Cocktails ausgedacht. Sondern die dazugehörige Karte gleich noch mit dem „Vater unser“ für den Gottesdienst versehen.
„Wir haben uns die Frage gestellt, wo Nähe entstehen kann – nicht nur im romantischen Sinne, sondern auch in Bezug auf Freundschaften oder Nachbarschaften“, erläuterten die beiden. Auch die Nähe zu Gott gehört für sie dazu. Über Cocktails und die verschiedenen Geschmäcker sollen die Besucherinnen und Besucher miteinander ins Gespräch kommen.
Bierdeckel mit Fragen sind vorbereitet. Wer möchte, kann natürlich auch nach dem Gottesdienst noch bleiben. Auch hier geht es um 18 Uhr los.
„Meine Seele dürstet.“ der Satz aus Psalm 4Dem „Lied der Sehnsucht nach Gott“ – steht als Motto über dem Gottesdienst der Universitätskirchengemeinde am Sonntag (26. Juli). Der wird nicht in der Universitätskirche selbst, sondern in der kleinen Kapelle bei St. Jost stattfinden. Hier dürfen die Besucherinnen und Besucher natürlich ebenfalls ihren Durst stillen – Getränke gibt es im Anschluss an den Gottesdienst.
Auf dem Lutherischen Kirchhof geht es am Sonntag (2. August) dann um den „Durst nach Meer“. Auch wenn Marburg ein Hafenfest feiert – das Meer ist weit weg und viele Menschen tragen die Sehnsucht nach der Weite und Freiheit im Herzen, die es symbolisiert. Und auch wer vielleicht nicht verreisen kann oder will, bekommt hier einen geistlich inspirierten Kurzurlaub. Den Gottesdienst halten wird Pfarrer Ulrich Biskamp. Auch an der Pfarrkirche geht es eine halbe Stunde früher mit Cocktails und einem gemütlichen Ankommen los, der Gottesdienst startet um 18 Uhr.
Wen das Thema „Durst nach Sinn“ anspricht, der ist zum Abschluss der Sommerkirche in den Pfarrgarten auf den Richtsberg an der Chemnitzer Straße eingeladen. Dort feiert die Immanuelgemeinde (die zusammengelegten Bezirke Lukas, Paulus und Richtsberg) ihren Gottesdienst am Sonntag (9. August). Auch dort gibt es Ankommen und Cocktails ab 17.30 Uhr und den Gottesdienst ab 18 Uhr.

* pm: Evangelischer Kirchenkreis Marburg

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