Entwickelt: Neue Klimaanlage für Alte Uni

Eine neue Klimaanlage kühlt das „Herz der Universität“. Die Aula der Alten Universität wurde energetisch und denkmalgerecht saniert.
Moderne Klima- und Lüftungstechnik sichert den Erhalt des historischen Raums, verbessert die Aufenthaltsqualität und senkt den Energieverbrauch. Die Alte Aula in der Alten Universität zählt zu den bedeutendsten Räumen der Philipps-Universität Marburg. Mit ihrer historischen Wandbemalung und ihrer zentralen Rolle für akademische Feiern, Konzerte, Vorträge und Empfänge gilt sie als das „Herz der Universität“ – wie sie immer wieder genannt wird.
Um diesen besonderen Ort langfristig zu schützen und gleichzeitig den Anforderungen moderner Veranstaltungsnutzung gerecht zu werden, hat die Universität die bestehende Lüftungs- und Kältetechnik grundlegend erneuert. „Die bisherige Anlage entsprach weder energetisch noch technisch dem heutigen Stand, arbeitete ohne Wärmerückgewinnung und wurde zunehmend störanfällig“, berichtete Maja Turba vom Dezernats Gebäudemanagement und Technik der Uni. Gleichzeitig stellen die denkmalgeschützte Bausubstanz sowie die empfindliche historische Ausstattung besonders hohe Anforderungen an Temperatur- und Feuchteregelung. Künftig sorgt eine moderne Vollklimaanlage dafür, dass bei Veranstaltungen mit bis zu 150 Personen Luftqualität, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit präzise geregelt werden können – Wohlfühlklima für die Uni.
Die Sanierung umfasste den vollständigen Austausch der raumlufttechnischen Anlage einschließlich der Kälteversorgung. Unter der Projektleitung von Uwe Mengel aus der Betriebstechnik des Dezernats Gebäudemanagement und Technik wurde eine moderne Vollklimaanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung installiert. Da Lüftungsanlagen durch Ventilatoren und bewegliche Bauteile Schwingungen erzeugen, musste die neue Technik zudem akustisch und mechanisch vom historischen Gebäude entkoppelt werden. Spezielle Schwingungsdämpfer – vergleichbar mit kleinen Stoßdämpfern – verhindern, dass Vibrationen auf die historische Bausubstanz übertragen werden. Während der gesamten rund siebenmonatigen Bauzeit wurden Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Alten Aula kontinuierlich überwacht und dokumentiert, um den Schutz des wertvollen Interieurs auch für die Bauzeit umfassend nachweisen zu können.
Eine besondere Herausforderung stellte die Logistik dar. Aufgrund des Denkmalschutzes konnten weder Kräne noch schwere Hebetechnik an der historischen Fassade eingesetzt werden. Die alte Anlage musste zunächst vollständig demontiert und in Einzelteile zerlegt werden. Anschließend wurden sämtliche Komponenten der neuen Anlage Stück für Stück über die engen historischen Treppenhäuser bis in das Dachgeschoss transportiert und dort wieder zusammengesetzt.
„Auch ein Treppenroboter konnte nicht eingesetzt werden; also musste mit Muskelkraft alles hochgeschleppt wurden, Teil für Teil“, berichtete Referatsleiter Christof Habermann von der Betriebstechnik. Auch die Verlegung neuer Kälteleitungen durch bis zu 1,40 Meter starke Decken erforderte höchste Präzision. Durch das Öffnen bestehender Bauteile und den Einblick in bislang verdeckte Gebäudebereiche wurden zudem zusätzliche Sanierungsmaßnahmen notwendig, die im Zuge des Projekts umgesetzt werden konnten.
Trotz der hohen technischen und denkmalpflegerischen Anforderungen blieb das Projekt mit Gesamtkosten von rund 810.000 Euro innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens. „Maßgeblich dazu beigetragen haben umfangreiche Eigenleistungen der Universität“, erklärte Dezernatsleiterin Turba. „Die technische Fachplanung, die Erstellung der CAD-Pläne sowie die Bauleitung wurden vollständig intern erbracht.“
Darüber hinaus realisierte die Betriebstechnik wichtige Anlagenteile eigenständig. „Durch den hohen Anteil an Eigenleistungen konnten wir Kosten, Projektlaufzeit und Qualität gleichermaßen in einem optimalen Bereich halten“, betonte Habermann. Das Projekt wurde termingerecht abgeschlossen und verbindet künftig den Schutz eines bedeutenden Kultur- und Universitätsraums mit zeitgemäßer Energieeffizienz und Betriebssicherheit.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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