Ein Leitfaden: Uni unterstützt diversitätsorientierte Lehre

Wer an alle denkt, schafft Raum für bessere Lehre. Darum hat die Philipps-Universität einen Leitfaden für diversitätsorientierte Lehre erarbeitet.
Ganz nüchtern betrachtet, erfüllt die Philipps-Universität Marburg mit ihrem Leitfaden zur diversitätsorientierten Lehre einfach nur gesetzliche Vorgaben: Moderne Lehre im demokratischen Verständnis so zu gestalten, dass alle Studierenden ihre Potenziale entfalten können. Kurz heißt das: „Lehre ohne Diskriminierung!. Ganz nüchtern wird das Thema Diversität allerdings häufig nicht betrachtet, sondern eher mit einer Reihe von Vorurteilen.
Das sind beispielsweise Vorwürfe wie zu viel LGBTQ+, zu anstrengend, zu wenig allgemeinverständlich. Solchen Vorurteilen tritt die Universität mit dem neuen Leitfaden entgegen. Er soll Lehrenden helfen, gute Lehre für alle anzubieten und Diskriminierung zu vermeiden.
„Wir wollen schnelle, niedrigschwellige Lösungen für Lehrende anbieten“, erklärte Katharina Völsch. „Wir haben deshalb auf gute bestehende Informationen zurückgegriffen und sie für die Universität Marburg angepasst. Damit möchten wir Menschen befähigen, konstruktiv mit dem Thema umzugehen.“
Die Leiterin der Stabsstelle Antidiskriminierung und Diversität hat den Leitfaden gemeinsam mit dem Referat für Lehrentwicklung und Hochschuldidaktik erstellt. Maßgeblich beteiligt war dabei Philipp Lindenstruth. Er betonte: „Studierende sind auch in weniger sichtbaren Bereichen divers – etwa in ihren persönlichen Fähigkeiten oder ihrem Bildungsweg. Wir möchten ein Bewusstsein für Möglichkeiten schaffen, um allen Studierenden gute Lerngelegenheiten zu eröffnen.“
Diese Möglichkeiten erschließen sich relativ einfach, wenn man das eigene Verhalten reflektiert. Das menschliche Gehirn nutzt Stereotype und pauschale Ansichten, um Komplexität zu reduzieren und Entscheidungen zu beschleunigen. Der Leitfaden will dazu ermutigen, sich der eigenen Vorannahmen bewusst zu werden.
„Eine diversitätsbewusste Haltung einzunehmen, ist eine Chance und ein Lernprozess, bei dem es nicht um Schuldzuweisungen geht, sondern um die Erweiterung der eigenen Kompetenzen“, erklärte Völsch. Denn viele Diskriminierungsvorfälle geschehen ohne bewusste Absicht, beispielsweise durch unreflektierte Sprachgewohnheiten oder die Reproduktion von Stereotypen. Initiiert hat den Leitfaden die Uni-Vizepräsidentin Prof. Yvonne Zimmermann.
„Gute Lehre steht am Anfang beruflicher und wissenschaftlicher Karrieren“, sagte sie. „Diversität spielt dabei eine zentrale Rolle, denn sie fördert Innovation und Exzellenz.“
Der Leitfaden „diversitätsorientierte Lehre“ ist online verfügbar. Er erklärt kurz das Thema diversitätsorientierte Lehre, erläutert wichtige Begriffe in einem Glossar und bündelt Informationen zum Thema mit Links zu weiteren Anlaufstellen.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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