Seine neue Spielzeit hat das Hessische Landestheater Marburg (HLTM) am Donnerstag (21. Mai) vorgestellt. Die Saison steht unter dem Motto „Der morgige Tag ist uns allen“.
Die Intendantinnen Eva Lange und Carola Unser-Leichtweiß präsentierten gemeinsam mit den Dramaturg*innen Mahsa Asgari, Cornelius Edlefsen und Petra Thöring,sowie der Theaterpädagogin Lotta Janßen und der Kassenleitung Anika Richter im Erwin-Piscator-Haus (EPH) das Programm der Spielzeit 2026/2027. Ebenfalls anwesend waren Oberbürgermeister und HLTM-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Thomas Spies und die Theaterreferentin des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und Aufsichtsratsvorsitzende Sabine Rehberg sowie die 2. Vorsitzende des Freundeskreises des HLTMElka Hedwig. In der Spielzeit 2026/2027 bringt das HLTM unter dem Motto „Der morgige Tag ist uns allen“ 13 Neuproduktionen auf die Bühne.
Das abwechslungsreiche Programm für die Universitätsstadt Marburg und für das Land Hessen umfasst Uraufführungen und Klassiker, Familienstücke und Komödien, viel Musik und Theater für Menschen ab 3 Jahren. Das Programm beinhaltet die Deutsche Erstaufführung „Der öffentliche Raum“ von Ulrike Syha in der Regie von Anne Decker sowie die Uraufführung „Oma fliegt zum Mars“ der mehrfach preisgekrönten Gegenwartsautorin Miriam Unterthiner. Erneut wird auch Christian-Dietrich-Grabbe-Förderpreisträgerin Henriette Seier eine Uraufführung von „Als Clown ist manimmer ein Klischee – die Suche nach dem Kitsch“auf die Bühne des Theaters am Schwanhof (TaSch)bringen.
Unter dem Motto „Der morgige Tag ist uns allen“ ergründet das Hessische Landestheater Marburg in der Spielzeit 2026/2027 die Möglichkeiten, Narrative für ein besseres, anderes Morgen zu erzählen, ausgehend vom Hier und Jetzt. Die Kunst des Theaters bietet hierzu die Chance. Es macht möglich, die eigene Ohnmacht anzuerkennen, den Akt der Zeugenschaft der Krisen und Tragödien zu vollziehen. Zu reflektieren, wie ein daraus resultierendes Handeln zu bedenken und anzugehen sei, aber auch die Existenz von Gutem zu bezeugen und zu feiern, und zu beleuchten, welche Errungenschaften der Freiheit und Menschlichkeit bereits vorhanden sind.
Die Intendantinnen und ihr Team laden herzlich zu ihrer neunten Spielzeit in Marburg ein: „Der tiefen Hoffnung verpflichtet, dass das Glas halb voll sein möge, bemühen wir die Vorstellungskraft für ein besseres, anderes Morgen und entwickeln so eine Idee wie es (auch) sein könnte. Wir freuen uns daher auf eine Spielzeit mit Ihnen allen, denn DER MORGIGE TAG IST UNS ALLEN!“
Auch Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Spies freut sich auf die neue Spielzeit: „Auch in dieser Spielzeit zeigt unser HLTM erneut, wie wichtig Theater und Kultur für unsere Gesellschaft sind. Denn wenn wir auf den morgigen Tag schauen wollen, bedeutet das immer auch, den Blick in die Zukunft zu richten. Unser Landestheater leistet dabei einen wichtigen Beitrag: Es reflektiert nicht nur Vergangenheit und Gegenwart, sondern eröffnet zugleich Perspektiven auf Hoffnung, Fortschritt und Zukunft. Ich bin sehr gespannt auf die kommende Spielzeit.“
Zur Eröffnung der Spielzeit dürfen die Zuschauer*innen sich auf „AngelaLAND“ von Juliane Hendes freuen. Das ist ein Stück Zeitgeschichte mit einem Augenzwinkern und mit speziell ausgewählter Musik für alle Menschen ab 14 Jahre.Alle Menschen ab 3 Jahren erwartet das Figurentheater „Kommt das Nashorn“ nach einem Bilderbuch von Heinz Janisch.
Die Intendantinnen freuen sich außerdem auf die Romanadaption „Der Prozess“ von Franz Kafka, den modernen Klassiker „In der Einsamkeit“ DER BAUMWOLLFELDER von Bernard-Marie Koltès, das Familienstück „Der Zauberer von Oz“ nach Frank Lyman Baum und „Die Katze Eleonore“ als Monolog von Caren Jeß. Nach „Oma fliegt zum Mars“ im Januar erwarten die Zuschauenden im neuen Jahr die Stückentwicklung „Mädchen IN in Uniform“ nach Motiven des Filmklassikers „Mädchen in Uniform“ nach Christa Winsloe, der Klassiker „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ von Bertolt Brecht und „Ernst ist das Leben“ (BUNBURY), eine Komödie von Oscar Wilde. Henriette Seiers Uraufführung stellt die letzte Premiere dar, bevor wir erneut – nach großem Erfolg, restlos ausverkauften Vorstellungen und anhaltender Nachfrage – mit Ihnen und Hugo von Hofmannsthals JEDERMANN die Spielzeit beenden.
Etwas ganz Besonders ist in dieser Spielzeit außerdem die Fotostrecke. Die Marburger Künstlerin Doris Conrads stellte dem HLTM vier ihrer wunderbaren Wolken-Gemälde zur Verfügung. Fotografiert vor der Tiefe dieser überdimensional in den Raum projizierten entsteht ein großer Assoziationsraum, der die Freiheit schenkt, mögliche Zukunftsszenerien zu denken und zu fühlen. Fotografiert wurde das Ensemble vor den projizierten Gemälden von Lena Giovanazzi.
Außerdem erwarten Interessierte zahlreiche Specials wie Heute: Oper! Vol. 6 – VON GÖTTERN, HEXEN UND DÄMONEN und unser beliebtes Fest zum INTERNATIONAL WOMEN’S DAY.
Fortgesetzt wird auch die Kooperation mit der Kunstuniversität Graz. Im SCHAUSPIELSTUDIO MARBURG werden zur neuen Spielzeit zwei Studierende erwartet: Miriam Bahri und Tomris Lahusen. Die Leitung des Schauspielstudios übernehmen auch in der Spielzeit 2026/2027 der Dramaturg Cornelius Edlefsen und die Regisseurin und Regieassistentin Nathalie „Nudel“ Glasow.
Auch das Projekt „Artists in Residence“ wird fortgeführt. Die FAUST-Preisträger*innen Caspar Weinmann, Katharina Kraft und Luzia Oppermann werden gemeinsam mit Menschen des HLTM im Modellprojekt „Hacking Social Media“ Content Creation eine Bühne geben.
Auch die Kinder- und Jugendtheaterwoche „KUSS – THEATER SEHEN! THEATER SPIELEN!“ wird in der kommenden Spielzeit ein weiteres Jahr stattfinden, und feiert 30-jähriges Jubiläum! Das Festival findet vom 7. bis zum 13. März 2027 statt. Das Spielzeitheft finden Interessierte auf der Website des HLTM unter www.hltm.de/media/2025_2026/Dateien/szh_26_27_web_RZ.pdf.
* pm: Hessisches Landestheater Marburg