Unverzeihlich: Biontech schließt sein Marburger Werk

Biontech schließt sein Werk in Marburg. 540 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit.
Diese Nachricht hat eingeschlagen wie eine Bombe. Das Mainzer Pharma-Unternehmen hat am Dienstag (5. Mai) angekündigt, neben seinem Werk im Marburger Stadtteil Marbach auch seine Produktionin Idar-Oberstein einzustellen. Insgesamt rund 1.860 Stellen möchte Biontech weltweit abbauen. Noch sind in Marburg 540 Menschen bei Biontech beschäftigt.
hatte Biontech während der Corona-Pandemie eine ehemalige Produktionsstätte der einstigen Behringewerke in Marburg zur Herstellung seines MRNA-Impfstoffs vom schweizerischen Pharmakonzern Novartis übernommen. In Rekordzeit erhielt der Mainzer Konzern dafür die notwendigen Genehmigungen. Möglich war all das damals nur, weil Marburg durch die Impfstoffproduktion des Medizin-Nobelpreisträgers Emil von Behring über eine lange Tradition und entsprechendes Knowhow in der Medikamentenherstellung verfügt.
Mittlerweile lässt die Nachfrage nach dem Impfstoff gegen Covid-19 aber stark nach. Die Gewinne gehen zurück. Zudem möchte Biontech seine ursprüngliche Forschung an MRNA-Medikamenten gegen Krebs intensivieren. Darum zieht sich Biontech aus Idar-Oberstein und Marburg zurück.
Auf die Entscheidung der Geschäftsleitung reagierte der Betriebsratsvorsitzende Mark Pfister mit einer Presseerklärung: Der Standort habe in der Pandemie maßgeblich dazu beigetragen, die Welt mit dem Impfstoff gegen Corona zu versorgen. „Während Biontech mit dem Marburger Standort in der Pandemie Milliarden verdiente, wurde versäumt, den Standort Zukunftssicher aufzustellen.“

* Franz-Josef Hanke

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