Umgedacht: Unis kooperieren in europäischem Rahmen

Ihre strategische Partnerschaft vertiefen die Philipps-Universität Marburg unddie Università della Calabria in „EUPeace“. Ein Delegationsbesuch hat neue Impulse für gemeinsame Forschung, Lehre und internationale Vernetzung gebracht.
Zwei Tage lang standen an der Philipps-Universität Marburg Fach- und Strategiegespräche mit einer hochrangigen Delegation der Università della Calabria im Mittelpunkt. Unter der Leitung von Vizepräsidentin Prof. Dr. Evelyn Korn – zugleich Chair des Governing Board der Universitätsallianz „EUPeace“ – und dem Marburger Vizepräsidenten Prof. Dr. Gert Bange sowie Rektor Prof. Gianluigi Greco bot der Besuch eine wichtige Gelegenheit, unter direkter Einbindung von Hochschulleitung und Fachvertreter*innen zukunftsweisende Kooperationen voranzutreiben.
„Es ist beflügelnd zu sehen, wie der persönliche Austausch unter Wissenschaftler*innen unsere schon lange vertrauensvolle Kooperation auf ein neues Niveau gehoben hat“, berichtete Korn. „Wir sind mit den gemeinsamen EUPeace-Ideen gestartet und schnell zu einem angeregten Fachaustausch gelangt. Innerhalb weniger Stunden haben wir Synergien in verschiedenen Bereichen identifiziert und haben konkrete gemeinsame Forschungs- und Lehrprojekte formuliert und greifbar werden lassen.“
Im direkten Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus sechs Marburger Fachbereichen erhielten die Gäste aus Kalabrien vertiefte Einblicke in die Forschungsinfrastrukturen der Marburger Universität. In fachlichen Arbeitsgesprächen konnten konkrete Kooperationsideen weiterentwickelt werden. Das geschah unter anderem in den Materialwissenschaften und den Gender Studies. Diskutiert wurden beispielsweise die gemeinsame Entwicklung von Studiengängen, die Öffnung von Lehrveranstaltungen für Studierende der Partneruniversitäten sowie die gemeinsame Einwerbung von Drittmitteln. Ergänzend dazu fand ein Austausch mit den Marburger „EUPeace“-Delegierten der Fachbereiche statt, der die lokale Einbettung der Allianzstrukturen an beiden Universitäten in den Blick nahm.
Der Besuch hat die Grundlage für eine intensivierte Zusammenarbeit gelegt und zugleich neue Perspektiven eröffnet: Neben der Stärkung bestehender Kooperationen wurden gezielt neue Themenfelder identifiziert, die das gemeinsame Forschungs- und Lehrportfolio im Rahmen von „EUPeace“ erweitern. Die Philipps-Universität Marburg freut sich darauf, diese Impulse gemeinsam mit der Università della Calabria weiterzuentwickeln und die europäische Zusammenarbeit innerhalb der Allianz nachhaltig auszubauen. Zudem diente der Besuch der Vorbereitung weiterer gemeinsamer Aktivitäten – auch mit Blick auf die „EUPeace Conference“, die im September 2026 von der Università della Calabria ausgerichtet wird und sich dem Thema „Global warming and its impact: Connections with emerging conflicts, migrations, and health issues“ widmet.
„EUPeace“ vereint neun Institutionen in sieben europäischen Ländern. Das Ziel der Hochschulallianz ist, die europäische Hochschullandschaft und Zivilgesellschaft aktiv mitzugestalten, um Frieden, Gerechtigkeit und inklusive gesellschaftliche Transformation zu fördern. Die Allianz umfasst alle Wissenschaften und Fachgebiete, von den Geistes- und Sozialwissenschaften über die Natur- und Lebenswissenschaften bis hin zum Ingenieurwesen.
Sie verfolgt drei zentrale Ziele: Das sind die feste Verankerung von „EUPeace“ im Lehrangebot und als prägenden Rahmen für studentische Erfahrungen; den Ausbau der Allianz als Raum für interdisziplinäre internationale Forschung mit starker gesellschaftlicher Wirkung; und ihre Stärkung als langfristige und nachhaltige Kooperation der Partnerinstitutionen. Mitgliedsuniversitäten von „EUPeace“ sind die Philipps-Universität Marburg, die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Université de Limoges in Frankreich, die Università della Calabria in Italien, die Universidad Pontificia Comillas in Spanien, die Západoceská univerzita v Plzni in Tschechien, die Sveuciliste u Mostaru in Bosnien und Herzegowina, die Çukurova Üniversitesi in der Türkei sowie die Univerzitet u Sarajevu in Bosnien und Herzegowina.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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