Eine große Retrospektive würdigt Katharina Natalie Eitel. Die neue Sonderausstellung im Kunstmuseum Marburg wurde am Sonntag (26. April) eröffnet.
Erstmals werden in einer umfangreichen Retrospektive große Teile des Gesamtwerks der Marburger Künstlerin Katharina Natalie Eitel gezeigt. In mehreren Sälen zeigt das Kunstmuseum Marburg einen Überblick über das vielfältige Schaffen mit weit mehr als einhundert Exponaten. Am Sonntag (26. April) wurde die Ausstellung eröffnet.
Eitel war in den über vierzig Jahren ihrer künstlerischen Tätigkeit mit vielbeachteten und großflächigen Papierinstallationen der Werkreihe „zeithaut“ in Museen, einer Kirche und anderen Ausstellungsorten an die Öffentlichkeit getreten. Nur selten aber hatte sie einzelne Werke der Malerei oder Zeichnungen, ihre Objekte und experimentelle Papierkunst ausgestellt. Die Sichtung ihres Nachlasses brachte eine schier unerschöpfliche Fülle an Werken ans Licht.
„Die große Experimentierfreude Katharina Natalie Eitels hält für das Publikum manche Überraschung bereit“, versprach Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck. „Bilder, Wörter und Zeichen auf Papier und aus Papier charakterisieren das Werk einer hochgradig sensiblen Künstlerpersönlichkeit, das neben einem Feuerwerk an Farben die Konzentration auf grundlegende Formen und reduzierte Farbakzente kennt.“
In der aktuellen Ausstellung werden eine Auswahl ihrer in London entstandenen Kostüme, großformatige Skizzenbücher, handgeschöpfte Papiere mit Zeichnungen und Malereien, Papierkunstwerke, Bilder in Marmoriertechnik, Lichtbilder und Ergebnisse der künstlerischen Beschäftigung mit zentralen Themen wie Dialog, Gefäß, Landschaft, Vergangenheit und Körper zu sehen sein. Als Beispiel für die Rauminstallationen wird das „Sternenzelt“ aus vielen handgeschöpften Papieren mit unterschiedlichen, farbig marmorierten Sternen für die Ausstellung wieder errichtet, das Katharina N. Eitel unter dem Titel „1001 Sterne für Jerusalem – der Himmel über Jerusalem ist unteilbar“ 1996 in Marburg zeigte und 2002 in anderer Form im Klingspor Museum Offenbach präsentierte.
Zur Ausstellung erscheint eine über 280 Seiten starke Publikation im Sandstein Kultur Verlag. Ein kleiner Teil der Auflage wird durch die Beigabe von Originalwerken den Charakter einer Edition erhalten.
Der künstlerische Nachlass von Katharina N. Eitel befindet sich im Eigentum der – von ihr ins Leben gerufenen – gemeinnützigen und wohltätigen Stiftung „HOFFNUNG13“, die seit 2017 über 18 große internationale Projekte mitfinanzierte, in denen Kindern und Jugendlichen in Kriegs- und Krisengebieten musische Angebote zur Überwindung ihrer Traumata gemacht werden. Eine Auswahl der ausgestellten Werke bietet die Stiftung nach der Ausstellung zum Verkauf an, die Erlöse kommen vollständig dem Stiftungszweck zugute.
Am Sonntag (17. Mai) und am Samstag, 20. Juni, bietet das Kunstmuseum um jeweils 15 Uhr eine Führung durch die Ausstellung an.
Am Samstag (6. Juni) finden in Kooperation mit dem Papierwerk Glockenbach zwei Workshops (um 11 Uhr und 14:30 Uhr) zum Thema Papierschöpfen statt. Diese Angebote sind mit gültiger Eintrittskarte kostenlos, um Anmeldung an bildung.museum@uni-marburg.de oder telefonisch unter 06421/28-22631 wird gebeten.
Die Ausstellung ist montags und mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie jeweils am letzten Donnerstag im Monat von 11 bis 21 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet fünf Euro sowie ermäßigt drei Euro.
* pm: Philipps-Universität Marburg