„Die Rente ist sicher.“ Gebetsmühlenartig hat Norbert Blüm diesen Satz immer wieder wiederholt.
Dafür war der CDU-Sozialpolitiker bekannt oder sogar berüchtigt. Friedrich Merz hat es kürzlich mit dem genauen Gegenteil versucht. Dafür ist der Bundeskanzler wieder mal ordentlich auf die Schnauze gefallen.
Bei seinem Besuch am Samstag (25. April) in Marburg musste Merz zurückrudern. Seine Aussage, dass die Gesetzliche Rente allenfalls eine Basisversorgung darstellen könne, hat auch die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) ihm übel genommen. Ihre Bundestagung im Erwin-Piscator-Haus (EPH) hatte Merz nach Marburg gelockt.
Von seinem Amtsvorgänger Olaf Scholz ist bekannt, dass er täglich eine Stunde lang auf seinem Hometrainer rudert. Merz hingegen rudert seit seinem Amtsantritt im Kanzleramt eher unfreiwillig. Bei ihm geht es immer nur in eine Richtung: Zurück!
Merz liebt markige Worte. Offenbar hat er auch nach einem Jahr immer noch nicht gelernt, dass populistische Plapperei mit dem Amt eines Regierungschefs unvereinbar ist. Wenn er sich über Tagungsorte im brasilianischen Regenwald äußert, dann hat das wenig Staatsmännisches.
Darum sollte an Merz auch besser nicht nach dem „Stadtbild“ von Marburg fragen. Wer weiß, was er darauf antworten würde?