Die Polizei warnt vor einer aktuellen Betrugsmasche. Bei der Kriminalpolizei häufen sich derzeit Anzeigen von Bürgerinnen und Bürgern, die Opfer einer Phishing-Masche im Zusammenhang mit der Verkaufsplattform „Kleinanzeigen“ wurden.
Die Ermittler raten dringend davon ab, einem Link zu folgen, den die Betrüger zum Erhalt des angeblichen Kaufpreises verschicken. Die Opfer hatten gebrauchte Artikel auf „Kleinanzeigen“ zum Verkauf eingestellt. Schließlich erhielten sie über die Chatfunktion von „Kleinanzeigen“ eine Nachricht, dass sich ein Kaufinteressent gemeldet und den geforderten Kaufpreis bereits über die Zahlungsmethode „Sicher bezahlen“ entrichtet habe.
Für den Erhalt des angeblich bereits gezahlten Kaufpreises versendet der Betrüger im Chat einen Link. Wer diesen Link anklickt, wird auf eine sogenannte „Phishing-Seite“ weitergeleitet. Dort wird den Opfern vorgegaukelt, dass sie für die Auszahlung des Geldes ihre Bank- oder Kreditkartendaten eingeben müssen.
Jedoch findet weder eine Verifizierung der angegebenen Daten statt, noch erhalten die Betroffenen das Geld für den vermeintlich verkauften Artikel. Stattdessen gelangen die Täter an die Bank- sowie Kreditkartendaten der Opfer. In der Folge kommt es zu unberechtigten Geldabbuchungen.
Die Polizei rät Opfern, umgehend Kontakt mit ihrem Bank- oder Kreditkartenanbieter aufzunehmen, um gegebenenfalls eine Kontosperrung zu veranlassen. Zudem können Zahlungskarten gesperrt werden beispielsweise über den zentralen Sperr-Notruf „116 116“. Auch ist das Ändern von Passwörtern –
insbesondere für das Online-Banking und den Zugang zu Kleinanzeigen – zu empfehlen.
Betroffenen wird außerdem geraten eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Erfolgen sollte das möglichst mit allen vorhandenen Beweisen wie unter anderem Kontoauszüge, Screenshots und Chatverläufen. Darüber hinaus sollte der Betrugsfall bei Kleinanzeigen gemeldet werden.
Polizeioberkommissarin Alisa Jockel rät davon ab, Links aus unbekannten Nachrichten anzuklicken, insbesondere wenn es um Zahlungen oder angebliche Gutschriften geht. Zahlungen sollten bestenfalls über die offiziellen Funktionen der Plattform abgewickelt werden. Bei Weiterleitungen auf externe Seiten ist besondere Vorsicht geboten. Zudem sollten Nutzerinnen und Nutzer bei ungewöhnlich schnellen Kaufzusagen skeptisch sein, vor allem wenn ohne Verhandlung ein sofortiger Zahlungseingang behauptet wird. Die Polizei rät außerdem, keine sensiblen Daten preiszugeben, insbesondere wenn es um Bank- oder Kreditkartendaten geht.
* pm: Polizei Marburg