Das „Retina Meeting“ bündelt ärztliche Expertise zu Therapien gegen Sehverlust. Es betreibt Netzhautforschung im Schulterschluss.
Zum 7. „Gießen + Marburg Retina Meeting“ sind Forschende aus fünf medizinischen Arbeitsgruppen der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen am Dienstag (24. März) in Gießen zusammengekommen, um aktuelle Fortschritte in der Netzhautforschung zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen neue Erkenntnisse zu Krankheitsmechanismen sowie innovative Therapieansätze – von der altersabhängigen Makuladegeneration bis hin zu erblichen Netzhauterkrankungen. Ein besonderes Highlight war die Präsentation neuester gentherapeutischer Strategien, bei denen Erbgut in Zellen eingeschleust wird, um so Fehlfunktionen zu korrigieren oder sie so umzuprogrammieren, dass sie die Aufgaben verloren gegangener Zellen ersetzen können. Dabei wurden Fortschritte bei mRNA-basierte Ansätze, Gene-Editing-Verfahren sowie auch der Optogenetik präsentiert.
Die enge Zusammenarbeit der Marburger und Gießener Arbeitsgruppen ist von zentraler Bedeutung für die biomedizinische Forschung in Mittelhessen: Sie fördert die Umsetzung grundlegender Erkenntnisse über zelluläre und molekulare Prozesse in die klinischen Anwendungen. „Gerade bei Erkrankungen der Netzhaut, die zu den häufigsten Ursachen für Sehverlust zählen, sind interdisziplinäre Ansätze entscheidend“, sagte Dr. Moritz Lindner von der Universitätsmedizin Marburg. Die vorgestellten Arbeiten zu Wirkungen und Nebenwirkungen verschiedener Therapeutika auf die Gefäßbarriere in der Netzhaut, zum Komplementsystem bei der Altersabhängigen Makuladegeneration und zu neurodegenerativen Prozessen liefern wichtige Bausteine, um neue Therapien in die Anwendung zu bringen – mit direktem Nutzen für Patientinnen und Patienten.
Aus dem intensiven Austausch ergeben sich konkrete Impulse für zukünftige Forschungsprojekte und gemeinsame Initiativen. Die Partnerstandorte Marburg und Gießen bauen ihre Kooperation weiter aus und stärken damit gezielt den Forschungsstandort Mittelhessen im Bereich der translationalen Augenheilkunde. Das Ziel bleibt dabei, innovative Ansätze zügig in klinische Studien zu überführen und so langfristig neue Behandlungsmöglichkeiten für bislang unheilbare Netzhauterkrankungen zu schaffen.
* pm: Philipps-Universität Marburg