Die Stadt Marburg beteiligt sich an Wettbewerb „Abpflastern“. Damit tritt sie für ein besseres Stadtklima ein.
Die Entsiegelung von Flächen verbessert unter anderem die Speicherung von Regenwasser im Boden und fördert Abkühlung bei Hitze. Mit der Teilnahme am Wettbewerb „Abpflastern“ möchte die Stadt Marburg auf die Vorteile des Entsiegelns aufmerksam machen und ruft zur Teilnahme auf. Erwünscht sind Rasen, Holzhäcksel oder Rindenmulch anstatt Schotter, Kies oder Splitt.
„Wir wissen: Hitzewellen und auch Starkregen sind Gefahren, die zukünftig zunehmen werden“, warnte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Deshalb müssen wir alles tun, um jetzt vorzubeugen. Und außerdem trägt weniger Versiegelung in der Innenstadt maßgeblich zur Steigerung der Luft- und Lebensqualität in Marburg bei.“
Spies betonte: „Damit setzen wir eine der Maßnahmen zur Klimaanpassung um, die im städtischen Klimaanpassungskonzept von 2022 aufgeführt sind. Das Klimaanpassungskonzept zeigt deutlich, dass der Rückbau versiegelter Oberflächen das lokale Stadtklima spürbar verbessern kann. Ebenfalls folgen wir einem der Ziele des Klima-Aktionsplans, der bereits im Jahr 2019 beschlossen wurde.“
Bürgermeisterin Nadine Bernshausen ergänzte: „Wenn wir wieder mehr Blühstreifen und Grünflächen auf öffentlichen Flächen haben, wird unser Stadt bunter, vielfältiger und schöner.“ Die Universitätsstadt Marburg nimmt im Zusammenhang mit ihrer Klimaanpassungsstrategie vom 21. März bis zum 31. Oktober am Wettbewerb „Abpflastern“ teil. Dafür bringt sie insbesondere Maßnahmen ein, die sich bereits in Planung oder Umsetzung befinden.
Dazu zählen unter anderem der Umbau der Liebigstraße und die Entsiegelung schulischer Flächen wie am Philippinum. Darüber hinaus können zahlreiche weitere bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen in den Wettbewerb eingebracht werden. Entsiegelte Böden heizen sich weniger auf als etwa Asphalt- und Betonflächen. Zudem reduziert Entsiegelung beispielsweise das Risiko von Überschwemmungen bei Starkregen, da das Regenwasser besser im Boden versickern kann.
Das ist auch nützlich bei längeren Trocken- beziehungsweise Dürre-Zeiten: Das im Boden gespeicherte Wasser versorgt die Pflanzen. Je mehr Wasser in den Boden sickert, desto mehr kann sich der Grundwasserspiegel wieder auffüllen.
„Mit der Teilnahme am Wettbewerb Abpflastern setzen wir ein klares Zeichen für eine lebenswerte Stadt, die widerstandsfähig ist gegenüber den Folgen des Klimawandels wie Hitze oder Starkregen“, erläuterte Stadtrat Dr. Michael Kopatz. „Jede entsiegelte Fläche ist ein Gewinn für unser Stadtklima und unsere Lebensqualität.“ Mehr Raum für Grünflächen tragen maßgeblich zur Steigerung der Luft- und Lebensqualität in Marburg bei. Dabei können auch Pflaster mit offenen Fugen eine Alternative zu Beton- und Asphaltdecken darstellen.
Der Wettbewerb „Abpflastern“ ist ein deutschlandweiter Wettbewerb, bei dem Städte und Gemeinden in einem freundschaftlichen Wettstreit Flächen entsiegeln. Seit 2024 gibt es den Wettbewerb mit dem Ziel, versiegelte Flächen zu entsiegeln und damit ökologische Bodenfunktionen wiederherzustellen. Die Teilnahme erfolgt gemeinschaftlich: Anwohnende, Gewerbetreibende, Vereine, Schulen und öffentliche Träger arbeiten dabei eng mit den Kommunen zusammen.
Die Stadt Marburg ruft Bürgerschaft, Vereine, Schulen und Unternehmen dazu auf, versiegelte Flächen wie Beton-, Pflaster- oder Asphaltflächen in Grünflächen umzuwandeln. Auch die Philipps-Universität Marburg beteiligt sich mit eigenen Maßnahmen und Aktionen. Wer teilnehmen möchte, registriert sich online unter www.abpflastern.de/index.php/mitmachen/. Dann hat man bis zum 31. Oktober Zeit, eine entsprechende Fläche zu entsiegeln. Weitere Informationen mit Beispielen für das Abpflastern und Tipps gibt es unter www.abpflastern.de. Die Aktion wird unterstützt durch die städtischen Fachdienste Umwelt, Klima-
und Naturschutz, Fairer Handel sowie Stadtgrün, Friedhöfe und Grünservice sowie Zukunftsfähige Mobilität, Straßen und Gewässer. Außerdem unterstützen das Klimanetzwerk „Climate Hub Marburg“, das Materialzentrum Marburg, das Nachhaltigkeitsnetzwerk „Green Office“ der Philipps-Universität Marburg sowie das Gartencenter Hilberg. Gemeinsam engagieren sich die Beteiligten für Information, Beratung, gemeinschaftliche Abpflaster-Aktionen und praktische Hilfestellungen. Informationen zum Klima-Aktionsplan finden sich unter www.marburg.de/klima und zum Klimaanpassungskonzept unter www.marburg.de/klimaanpassung.
* pm: Stadt Marburg