Kritik durch Musik: Kai Degenhardt am 30. April in der Waggonhalle

der Musiker und Liedermacher Kai Degenhardt hat einen neuen Tonträger veröffentlicht. Im Rahmen von Vormaiveranstaltungen ist er zwischen dem 28. und 30. April auch in Mittelhessen unterwegs.
In der Waggonhalle tritt Kai Degenhardt am Donnerstag (30. April) ab 19 Uhr mit seinem Programm „Zwischen Tellerrand und Horizont“ auf. Veranstalter ist der DGB Kreisverband Marburg-Biedenkopf.
Er zählt zu den profiliertesten politischen Liedermachern deutscher Pro­venienz, der in seiner künstlerischen Arbeit eine klare antifaschistische Haltung einnimmt und dabei selbstverständlich auf das konkret Gesell­schaftliche und die darin wirkenden Herrschaftsverhältnisse Bezug nimmt. Kai Degenhardt zeigt auf, dass ein Sich-Abfinden und -Einrichten in den von äußeren und inneren Zeitenwenden geprägten, dabei immer autoritärer, fremdenfeindlicher und brutaler sich ausformenden, deutschen Zuständen keine Option ist.
Seine Karriere startete der – in Hamburg lebende – Musiker Ende der 80er Jahre als musikalischer Begleiter und Produzent seines Vaters. Dabei handelt es sich um den 2011 verstorbenen Liedermacher Franz Josef Degenhardt. Seitdem hat der Sohn acht eigene Alben als Solo-Künstler veröffentlicht. Im Jahr 2023 erschien von ihm im Papyrossa-Verlag „Wessen Morgen ist der Morgen“ als ein Sachbuch über die Geschichte des Arbeiterlieds.
In seinem aktuellen Programm wird Degenhardt nicht nur Stücke des – im Frühjahr erscheinenden – neuen Albums „Zwischen Tellerrand und Horizont“ spielen. Es werden auch ein paar ältere, solche aus der Liederkiste der linken Bewegung und sicher auch einige Songs aus dem Werk seines Vaters auf der Setliste stehen. Man spürt, dass da einer der ganz wenigen zeitgenössischen Vertreter singt, die in diese Tradition des literarisch anspruchsvollen Chansons gehören, welche mit Namen wie Wedekind, Tucholsky, Georges Brassens, Fabrizio De André und natürlich Franz Josef Degenhardt ver­bunden ist. „Kai Degenhardt ist einer der wenigen Liedermacher seiner Generation, der sowohl mit einer klaren politischen Position als auch mit musikalischen Ideen aufwarten kann.“, schrieb die „Jazzthetik“.

* pm: DGB Kreisverband Marburg-Biedenkopf

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