Die „Marburger Fototage“ starten am Freitag (6. März). In der Volkshochschule präsentieren sie 200 Bilder auf fünf Stockwerken.
Marburg wird wieder zum Treffpunkt für Fotografie-Begeisterte. Stadträtin Kirsten Dinnebier eröffnet die vhs-Fototage am Freitag (6. März) um 18 Uhr in der Volkshochschule Marburg an der Deutschausstraße. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein Wochenende voller visueller Entdeckungen mit rund 200 Bildern auf fünf Stockwerken. Der Eintritt ist frei.
Ein Herzstück der diesjährigen Ausstellungen sind die „Stillen Darsteller“ der Gastfotografin Simone Kirsch. Die Designerin aus Baden-Württemberg zeigt Schaufensterfiguren, die als Spiegel menschlicher Sehnsüchte, Selbstbilder und der Manipulationen fungieren. Andreas Maria Schäfer von der FotoCommunity Marburg lädt mit seiner Ausstellung „kehrtverum!“ dazu ein, zuerst eine Textbeschreibung des Bildes zu lesen und das Motiv im Kopf entstehen zu lassen, bevor sie die (kleinformatige) Fotografie betrachten. Schäfer hat außerdem erneut eine „Masterclass“ angeboten: Acht erfahrene Fotograf*innen haben durch die Arbeit konzeptueller Fotografie einen eigenen Stil entwickelt. Ihre Fotos sind in einer Gruppenausstellung zu sehen.
Die Vielfalt der Marburger Fotoszene spiegelt sich außerdem in den Arbeiten von weiteren Fotograf*innen und vhs-Dozent*innen wider. So heißt es bei Georg Kronenberg und Sabina Lemus „Analog-Fans aufgepasst“. Sie zeigen klassische Schwarz-Weiß-Fotografien – entstanden ganz ohne Photoshop, dafür handentwickelt in der Dunkelkammer.
Mit Heimatliebe dokumentiert Jan Bosch die Kontraste deutscher Landschaften und Architektur zwischen moderner „Boomtown“ und einsamer Einöde, zwischen intakter und zerstörter Natur. Rolf K. Wegst widmet sich mit „Offcuts – Die Ästhetik des Übriggebliebenen“ jenen Motiven, die normalerweise in den digitalen Papierkorb wandern oder im Archiv verstauben, und gibt den „Resten“ eine Bühne. Sylvia und Jochen Heinis führen die Betrachter*innen mit ihren Werkgruppen „Zwischen Zwirn und Zahnrad“ an industriell geprägte Orte.
Die FotoCommunity begibt sich außerdem auf „Spurensuche“ – im Sand eines Weges, in verwitterten Mauern, in Gesichtern, Bewegungen und Erinnerungen. Sichtbar oder verborgen erzählen sie von Zeit, Wandel, Nähe und Vergänglichkeit. Das Organisationsteam der Fototage hat sich zudem in diesem Jahr selbst herausgefordert mit der Aufgabe, Bilder zum Thema „Rahmen.sprengen“ zu finden. Welche Rahmen nun in welcher Art und Weise gesprengt werden, ist im Treppenhaus der vhs zu sehen. Ein Bilderrätsel zu Fotograf*innen, offene Bildbesprechungen, ein Büchertisch und Einblicke in die Dunkelkammer runden das Rahmen-Programm ab.
Nicht zu vergessen ist die Einladung, wieder den Publikumspreis unter den rund 200 Fotografien zu wählen. Die Marburger Fototage sind auch am Samstag (7. März) und Sonntag (8. März) jeweils von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Das gesamte Programm findet sich unter www.fototage-marburg.de.
* pm: Stadt Marburg