die Veranstaltungsreihe „DIALOG gestalten“ des Evangelischen Kirchenkreises Marburg geht in die nächste Runde. Am Montag (9. März) um 18 Uhr wird in der Lutherischen Pfarrkirche Marburg die Frage „Obdachlosigkeit abschaffen – geht das?“ diskutiert.
„Obdachlosigkeit abschaffen – geht das?“ Diese Frage steht über einer Veranstaltung der Reihe „DIALOG gestalten“ des evangelischen Kirchenkreises Marburg in der Lutherischen Pfarrkirche. Vertreter aus Politik, Kirche und Diakonie informieren und diskutieren in diesem Format zu gesellschaftlich relevanten Themen. Am Montag (9. März) stehen Obdachlosigkeit und mögliche Wege, Betroffenen zu helfen, im Fokus.
„Es gibt in Marburg mehr Obdachlose als früher; und ihre Situation auf der Straße hat sich deutlich verschlechtert“, sagte Jens Schneider von der Tagesaufenthaltsstätte für Wohnungslose (TAS) des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf. Eine der Ursachen dafür sieht der Sozialarbeiter in der schlechteren Versorgung von Menschen, die schwer psychisch erkranken. Eine weitere sei die Zunahme von Konsumenten harter illegaler Drogen. „Auch die Drogen selbst haben sich verändert – die Substanzen haben oft eine stärkere Verwahrlosung als früher zur Folge“, erklärte Schneider.
„Kann man Obdachlosigkeit abschaffen?“ Die Frage steht über der Veranstaltung, zu der mehrere Experten aus verschiedenen Bereichen eingeladen sind. Anlass ist der nationale Aktionsplan „Gemeinsam für ein Zuhause“, den die Bundesregierung 2024 verabschiedet hat. Er verfolgt das Ziel, Wohnungs- und Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden.
Bei der Veranstaltung in der Lutherischen Pfarrkirche werden zunächst kurze Impulsreferate die Situation vor Ort in den Blick nehmen – dazu sprechen Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, der Psychiater und Neurologe Dr. Ulrich Schu vom Universitätsklinikum Marburg und Andreas Jung vom Verein „Ex-In“ (Experten durch Erfahrung in der Psychiatrie).
Danach folgen Statements des Bundestagsabgeordneten und Staatssekretärs Sören Bartol und von Stefan Gillich, dem ehemaligen Leiter der Abteilung Existenzsicherung und Armutspolitik der Diakonie Hessen. Sie werden sich zum Ziel der Überwindung von Obdachlosigkeit äußern.
Dann sollen die Referenten miteinander und mit den Gästen in einen Dialog kommen, wie es der Name der Veranstaltungsreihe sagt.
„Betroffene, Interessierte, beruflich in diesem Bereich Tätige, ehrenamtlich Engagierte – alle sind eingeladen“, sagte Pfarrer Ulrich Biskamp von der Lutherischen Pfarrkirche. Moderiert wird die Veranstaltung von Dekan Dr. Burkhard von Dörnberg. „Der Blick auf Obdachlosigkeit und mögliche Lösungen ist in unserer Gesellschaft sehr unterschiedlich, ja umstritten“, erklärte von Dörnberg. „Es ist uns als Kirche ein Anliegen, auch unterschiedlichen Meinungen einen Raum zu geben, Dialog und gegenseitiges Verstehen zu fördern. Neben unseren vielen diakonischen Angeboten wollen wir so für die Betroffenen einstehen.“ Die Veranstaltung findet am Montag (9. März) um 18 Uhr in der Lutherischen Pfarrkirche statt.
* pm: Evangelischer Kirchenkreis Marburg