Nach anderthalb Jahren als „Dorfpfarrer“ in den Gemeinden Albhausen-Halsdorf im Kirchenkreis Kirchhain verabschiedet sich Pfarrer Martin Hahn. Zum 1. Oktober beginnt er seinen Dienst als Jugendpfarrer im Kirchenkreis Marburg.
Dieses Amt ist mit einer halben Stelle versehen. Mit einer weiteren halben Stelle bleibt der 36-Jährige Pfarrer für Kinder- und Konfirmandenarbeit im Unteren Lahntal.
„Ich freue mich sehr auf die Arbeit; und ich habe großen Respekt vor ihr“, sagte Hahn mit Blick auf seine künftige Arbeit als Jugendpfarrer im Team der Evangelischen Jugend Marburg (EJM). Für ihn ist es ein Dienst in der zweiten Reihe, wie er selbst sagt. Als „Durchlauferhitzer des Guten um sich herum“ sieht er sich dabei. „Das wird ein neues Kapitel, es kommt viel Personalverantwortung und Projektmanagement auf mich zu.“
Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist ihm aus den vergangenen Jahren bereits vertraut – aus seiner Profilstelle im Kirchspiel Unteres Lahntal, wo er bereits seit 2021 tätig ist und auch weiter bleibt. Als er vor einem Jahr das Pfarramt im Nachbarkirchenkreis Kirchhain in der Gemeinde Albshausen-Halsdorf übernahm, war diese halbe Stelle bis Ende 2025 befristet. Damals war noch nicht abzusehen, was inzwischen klar ist, dass nämlich im Rahmen einer Fusion der Gemeinden mit Bracht, Burgholz, Josbach, Langendorf, Schwabendorf und Wohra eine Stelle frei wird.
Der Kontakt nach Marburg war vor dieser Entwicklung schon geknüpft und die Entscheidung, nicht mehr zwischen dem Süden des Kirchenkreises Marburg und dem Norden des Kirchenkreises Kirchhain pendeln zu wollen, getroffen. Aber auch wenn er nur eine kurze Zeit in der Kirchengemeinde war – er geht auch mit Bedauern und vielen Emotionen, berichtete der Pfarrer.
„Ich verlasse unglaublich selbständige und sehr aktive Gemeinden“, erklärte Hahn. Wo in vielen Dörfern nur noch wenige Menschen regelmäßig den Gottesdienst besuchen, hatte er jeden Sonntag in Halsdorf über 20 Menschen. „Gleichzeitig habe ich eine Akzeptanz des Wandels in der Kirchengemeinde erlebt – trotz allem, was es dabei zu verschmerzen gibt“, erläuterte Hahn.
Dass er einmal Pfarrer werden würde, war nicht unbedingt als Weg vorgezeichnet, auch wenn er ein Pfarrerskind ist und sein Abitur auf einer katholischen Schule gemacht hat. Groß geworden ist er im Knüll und später in der Nähe von Kassel, erzählt Hahn.
„Das war eine Superzeit als Kind, in einer Gemeinde, die sehr aktiv war, und damit unter Freunden aufzuwachsen“, erinnerte sich Hahn. Zum Studium zog es ihn dann in die Großstadt, nach Hamburg. Nicht Theologie, sondern Jura hatte er sich ausgesucht. Bis er während des Studiums erkrankte. Dann hat sich seine Berufsvorstellung nochmal geändert.
„In der Zeit habe ich Religion als Ressource in mir vorgefunden“, sagte Hahn. Und weil er mehr über sich selbst und seinen Glauben wissen wollte, dann die Entscheidung, Theologie zu studieren. „Eine Superentscheidung“, weiß er heute. Theologie sei „intellektuell ein krasses Projekt“: Wenn man das Wort „Gott“ sagt, und man meint was man sagt, dann sagt man etwas über alles – das fasziniert ihn.
Nach Marburg kam er, weil er wieder in der Nähe der Familie sein wollte und die Universität viel von dem anbot, was ihn interessierte. Nach dem Studium absolvierte er dann sein Vikariat in der Herrenwaldgemeinde in Stadtallendorf. 2021 übernahm er die Profilpfarrstelle für Kinder- und Konfirmandenarbeit im Unteren Lahntal.
Der Abschiedsgottesdienst in der Kirche Halsdorf findet am Sonntag (28. September) um 14 Uhr statt. Danach gibt es Kaffee und Kuchen im benachbarten Gemeindehaus.
* pm: Evangelischer Kirchenkreis Marburg