Einen evangelischen Gruß zum Ramadan als Zeichen der Verbundenheit haben Bischöfin Beate Hofmann und Kirchenpräsidentin Christiane Tietz den islamischen Gemeinden in Hessen übermittelt. Der Fastenmonat beginnt am Freitag (28. Februar) abends.
Bischöfin Dr. Beate Hofmann von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) wird am Freitag (14. März) um 17.30 Uhr das Marburger Ramadan-Zelt besuchen. Begleitet wird sie dabei von Vertreterinnen und Vertretern des Evangelischen Kirchenkreises Marburg (EKMR).
#Aus Anlass des Fastenmonats Ramadan haben sie und Kirchenpräsidentin Christiane Tietz von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Vertretern islamischer Verbände und Gemeinden in einem gemeinsamen Schreiben Grüße und Segenswünsche übermittelt. In dieser „Botschaft der Verbundenheit“ verweisen die beiden Leitenden Geistlichen auf aktuelle Herausforderungen wie die, dass demokratische Grundwerte vielerorts in Frage gestellt werden. „Doch jede Form der Ausgrenzung von Menschen oder Gruppen ist mit dem Glauben an Gott nicht vereinbar“, machen Tietz und Hofmann deutlich. „Nächstenliebe und Solidarität sind unverzichtbarer Teil unseres gelebten Glaubens.“
Die beiden Bischöfinnen ermutigen: „Gemeinsam können wir unsere Stimme erheben, wenn Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts diskriminiert oder verfolgt werden.“ Zudem werben sie für weitere gemeinsam Schritte, um zum Zusammenhalt und zur Verständigung beizutragen: „Unsere Sehnsucht nach Frieden, nach einer Gesellschaft, in der wir weiter gemeinsam zum Wohl aller Menschen arbeiten und leben, verbindet uns.“
Der Fastenmonat Ramadan ist tief im Islam verwurzelt. Er gilt als Gebot Gottes und ist eine der fünf Glaubenssäulen des Islam. Mit dem Ramadan verbinden sich im religiösen Jahreskreis die wichtigsten Feste, wie das große Fastenbrechen zum Ende der etwa vierwöchigen Zeit.
Gläubige sind im Monat Ramadan aufgerufen, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Nach Eintritt der Dunkelheit wird in oft großen Feiern das Fastenbrechen zelebriert. Kinder und alte oder kranke Menschen sowie Schwangere sind vom Fasten ausgenommen.
In diesem Jahr beginnt der Ramadan am Freitag (28. Februar) und dauert bis Sonntag (30. März). Da er nach dem Mondkalender berechnet wird, der nur 354 Tage umfasst, verschiebt er sich jedes Jahr um etwa zehn Tage gegenüber dem üblicherweise heute genutzten Sonnenkalender. Weltweit hat der Islam rund 2 Milliarden Angehörige. In Deutschland leben rund 5,5 Millionen Muslime.
„Wir leben in herausfordernden Zeiten“, stellen die beiden Bischöfinnen fest: „Demokratische Grundwerte werden vielerorts in Frage gestellt. Doch jede Form der Ausgrenzung von Menschen oder Gruppen ist mit dem Glauben an Gott nicht vereinbar. Nächstenliebe und Solidarität sind unverzichtbarer Teil unseres gelebten Glaubens. Gemeinsam können wir unsere Stimme erheben, wenn Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts diskriminiert oder verfolgt werden.“
In ihrem Schreiben wünschen sie: „Lassen Sie uns weiterhin gemeinsame Schritte gehen, um Demokratie und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu stärken und Räume des Dialogs und der Verständigung zu eröffnen und offenzuhalten! Unsere Sehnsucht nach Frieden, nach einer Gesellschaft, in der wir weiter gemeinsam zum Wohl aller Menschen arbeiten und leben, verbindet uns. Möge Gott, der ein Gott des Friedens und der Barmherzigkeit ist, Ihre und unsere Bemühungen in diesem besonderen Monat und darüber hinaus mit seinem Segen begleiten und beschützen!“
* pm: Evangelischer Kirchenkreis Marburg