Marburger für Sibirien: Starker Schneefall verursachte Verkehrschaos

Starker Schneefall führte am Sonntag (10. Dezember) nicht nur in Marburg zu einem Verkehrschaos. Am Nachmittag stellten die Stadtbusse ihren Betrieb ein.
Die meisten Straßen waren nicht geräumt. Glatte Stellen unter dem frischen Neuschnee erwiesen sich als besonders tückisch.
Eingesetzt hatte der Schneefall am Vormitag erst relativ leicht. Über den Mittag hinweg nahm das Schneetreiben dann immer mehr zu. Gepaart war es mit Windböen, die allerdings immer nur kurz aufkamen.
Diesem Wetter standen die Streu- und Räumdienste relativ machtlos gegenüber. Auch Hausbesitzer konnten die Gewege vor ihren Anwesen kaum freihalten, da geräumte Stellen schon nach weniger als einer Stunde wieder zugeschneit waren.
Manche Autos waren zudem mit Sommerreifen unterwegs. So lief der Verkehr nur sehr langsam. Mitunter stellten sich auch Fahrzeuge quer.
Am Nachmittag nach 15.30 Uhr schließlich ging dann fast nichts mehr. Taxis waren kaum mehr zu bekommen. Die Stadtwerke Marburg (SWM) stellten den Linienverkehr vollständig ein.
Bereits am Samstag (9. Dezember) waren die Straßen zugeschneit. Bis zum Sonntagmorgen waren sie dann aber wieder frei.
Offenbar wärmten sich einige Autofahrer auch mit Hochprozentigem auf. Bei der Kontrolle eines Toyota-Fahrers am Samstag (9. Dezember) um 7 Uhr in der Afföllerstraße ergab sich der Verdacht, dass er unter dem Einfluss berauschender Mittel stand. Die Fahrt des 33-jährigen Mannes war damit zu Ende und er musste mit zur Blutprobe.
Ebenfalls unter Alkoholeinfluss stand der Fahrer eines VW Polo, der auf dem Weg vom Tannenberg hinunter zur Gisselberger Straße von der Fahrbahn abkam. Der Alkotest des 18-jährigen Autofahrers zeigte über 1,3 Promille an. An seinem Auto entstand rundherum ein Schaden von mindestens 3.500 Euro.
Der junge Mann war am Samstag (9. Dezember) gegen 2.20 Uhr auf der winterglatten Straße beim Bergabfahren in einer Kurve zunächst nach links auf die Bankette geraten und durch sein Gegensteuern dann rechts komplett von der Straße abgekommen. Er hatte Glück im Unglück, denn er blieb unverletzt und richtete keinen Fremdschaden an. Die Polizei veranlasste die Blutprobe und stellte den Führerschein sicher.
Für eine 58 Jahre alte Frau endete die Autofahrt bei dichtem Schneetreiben am Sonntag (10. Dezember) gegen 15 Uhr mit einem Unfall. Sie fuhr mit ihrem VW Tiguan in Marburg über die Straße Sonnenhang zur Straße Oberer Eichweg. Beim Abbiegen nach links kam der Wagen auf schneeglatter Fahrbahn von der Straße ab, überschlug sich und blieb an der Hauswand auf der rechten Seite liegen.
Die Fahrerin konnte sich mit Hilfe von Ersthelfern befreien. Verletzt wurde sie nicht.
Sowohl am Auto als auch am Gebäude entstanden Schäden. Die Gesamtschadenshöhe steht nicht fest.
Die Beifahrertür war eingedellt und verkratzt sowie mit gelbem Fremdlack versehen. So fand der Besitzer seinen silbernen Toyota Auris am Freitag (8. Dezember) um 23 Uhr vor. Er hatte den Wagen am gleichen Tag um 15 Uhr unbeschädigt parallel zur Straße in Höhe des Anwesens Am Weinberg 8 abgestellt. Außer der gelben Fremdfarbe ergaben sich keine Hinweise auf das unfallverursachende Fahrzeug. Der Unfallhergang steht nicht fest.
Trotz der dichten Schneedecke gab es am Sonntag ansonsten wenige Unfälle, die zudem meist glimpflich verliefen. Das Verkehrschaos war allerdings außergewöhnlich.
Bis in die Abendstunden hinein hielt die chaotische Verkehrssituation an. Erst am späteren Abend setzte Tauwetter ein. Am Montag (11. Dezember) rollte der Verkehr in Marburg dann wieder ungestört.

* Franz-Josef Hanke

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