Begonnene Belichtung: Kulturerbe der Ukraine sichern

Das Projekt „Documenting Ukrainian Cultural Heritage“ wurde in Marburg und Hannover gestartet. Sei Ziel ist die fotografische Dokumentation kriegsbedrohter Bauwerke in der Ukraine zum Wiederaufbau von Gebäuden.
Gefährdete und kulturell bedeutende Bauwerke in der Ukraine fotografisch zu dokumentieren und mit grundlegenden Beschreibungsdaten zu erschließen, ist das Ziel eines gemeinsamen Projekts aus Marburg und Hannover. Unter dem Titel „Documenting Ukrainian Cultural Heritage – Fotografische Dokumentation kriegsbedrohter Bauwerke in der Ukraine“ läuft das Verbundprojekt des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg an der Philipps-Universität und des Leibniz-Informationszentrums Technik und Naturwissenschaften (TIB) in Hannover.
Der Angriff der russischen Führung auf die Ukraine seit Februar 2022 verursacht seit seinem Beginn die akute Bedrohung, Beschädigung und häufig auch die vollständige Zerstörung von Kulturgütern. Die massive Beeinträchtigung der digitalen Infrastruktur führt zudem zu einem Verlust von wichtigen Daten und Dokumenten über Werke des kulturellen Erbes. Die Dokumentation des baulichen Erbes der Ukraine findet international bisher nur sehr begrenzt statt; dokumentarische Fotografien sind kaum vorhanden oder schwer zugänglich.
Eine Monitoring-Gruppe der UNESCO-Organisation „Blue Shield Deutschland“ sammelt, strukturiert und bewertet seit Anfang März 2022 Meldungen zu kriegsbedingten Schäden und Verlusten von Kulturgut in der Ukraine. Mit diesem Datenbestand soll die fotografische Not-Dokumentation kulturell bedeutsamer Bauwerke verknüpft werden. Mit der Datenbanktechnik von Wikibase soll an der TIB zudem eine nachhaltige Infrastruktur aufgebaut werden, die auch für Bürger*innenaktivitäten in gefährdeten Gebieten anschlussfähig ist.
Über die Einbindung von Blue Shield hinaus ist die Kooperation mit Nichtregierungsorganisationen in der Ukraine fest geplant. Die Dokumentation sichert die kulturelle Erinnerung und wird künftig für den Wiederaufbau von Gebäuden eine wissenschaftlich fundierte Grundlage bieten.
Gefördert wird das Projekt durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien in Zusammenarbeit mit dem „Ukraine Art Aid Center“ und der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft für Wirtschaft und Wissenschaft. Beide Projektpartner gehören zu den Trägereinrichtungen von NFDI4Culture. Das ist ein Konsortium zu Forschungsdaten materieller und immaterieller Kulturgüter in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Das Projekt läuft bis zum 31. Dezember 2022.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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