Mittler zwischen Kulturen: Ausstellung zum 250. Geburtstag von August Wilhelm Schlegel

Die Marburger Literaturwissenschaftlerin Dr. Claudia Bamberg ist Mit-Kuratorin der Ausstellung „Aufbruch ins Romantische Universum“ über August Wilhelm Schlegel. Das Frankfurter Goethe-Haus zeigt sie ab Mittwoch (6. September).
Die Ausstellung macht erstmals das Schaffen des Romantikers sichtbar. Sein Geburtstag jährt sich am 5. September 2017 zum 250. Mal.
Der Schriftsteller, Übersetzer und Philologe August Wilhelm Schlegel (1767-1845) gilt als eine der Hauptfiguren der deutschen und der europäischen Romantik. Wie kein anderer Romantiker steht er für die literarisch-poetische Vermittlung zwischen den Kulturen, wofür seine bis heute mustergültigen Shakespeare-Übersetzungen das berühmteste Beispiel sind.
Vielseitig und sein ganzes Leben lang außerordentlich produktiv, war Schlegel der europäischste von allen Romantikern, National- und Universalpoet in einem. Dabei reichen Schlegels universalistische Bestrebungen über Europas Grenzen hinaus: Als Begründer der deutschen Indologie genießt er bis heute in Fachkreisen für seine Übersetzungen aus dem Sanskrit großes Ansehen.
Die Ausstellung soll diesen vielseitigen Autor lebendig werden lassen. Sie zeigt bislang weitgehend unbekannte Originale – Werkmanuskripte, Korrespondenzen, Stücke seiner indischen Sammlung, noch nie gezeigte Stücke aus Privatbesitz und vieles mehr – und bietet zugleich einen multimedialen Zugang. Im Zentrum steht das interkulturelle Schaffen Schlegels, das sich an jedem seiner Aufenthaltsorte in Europa neu entfaltete und anderen Gegenständen zuwandte.
Die Ausstellung im Frankfurter Goethe-Haus wird kuratiert von Bamberg und Dr. Cornelia Ilbrig. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Brentano-Abteilung des Freien Deutschen Hochstifts. Bamberg ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Digitalisierung und elektronische Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels“ an der Philipps-Universität, das von Prof. Dr. Jochen Strobel und seinem Dresdner Kollegen Prof. Dr. Thomas Bürger geleitet wird.
Die Eröffnung der Ausstellung findet am Dienstag (5. September) um 19 Uhr statt. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen mit 236 Seiten. Die Schau wird von einer Reihe von Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen begleitet.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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