Und Dorfentwicklung: Spies übergibt Zuständigkeit an Kopatz

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies übergibt die Dorfentwicklung an Stadtrat Dr. Michael Kopatz. „In Marburg bringen wir die Dinge gemeinsam voran“, erklärte er.
Eine Stadt planen und entwickeln kann man nicht ohne die Ideen und Perspektiven der Bevölkerung. Die Steuerungsgruppe „Dorfentwicklung“ bringt eben diese in die Umsetzung des Dorfentwicklungsprogramms des Landes Hessen mit ein und unterstützt die Marburger*innen in den Außenstadtteilen bei ganz eigenen Projekten. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies übergab die Zuständigkeit für die Steuerungsgruppe nun an Stadtrat Dr. Michael Kopatz.
„Mit der Dorfentwicklung und dieser Steuerungsgruppe haben wir eine Struktur gewonnen, in der wir nicht nur über die Entwicklung einzelner Stadtteile sprechen, sondern auch gemeinsam übergeordnete Projekte planen können“, erläuterte Spies während der jüngsten Sitzung der Steuerungsgruppe „Dorfentwicklung“. Über die Jahre seien eine wahnsinnige Entwicklung und ein Umdenken in der Herangehensweise erfolgt. Denn während es am Anfang der Sitzungen noch darum gegangen sei, besonders darauf zu achten, was der jeweils eigene Stadtteil erhalte, liege inzwischen der Fokus darauf, was zusammen und stadtteilübergreifend erreicht werden könnte.
„In den letzten Jahren sind wir wahrhaft zusammengewachsen; und das ist auch gut so. Denn wir wollen die Stadt als Ganzes zusammenbringen und denken“, erklärte Spies. „Und dafür gibt es viele Fragen, die wir nur gemeinsam beantworten können.“
Die Steuerungsgruppe „Dorfentwicklung“ ist aus dem gleichnamigen Förderprogramm des Landes Hessen entstanden. Im Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen geht es darum, (Bau-)Maßnahmen in den Ortskernen zu fördern, die zum Erhalt oder zur Weiterentwicklung der Struktur beitragen. Solche Maßnahmen umfassen beispielsweise die Modernisierung der Bürgerhäuser, den Bau von Mehrgenerationenplätzen, die Umgestaltung von Grün- und Freiflächen oder Angebote verschiedener Workshops und Aktionen.
Zudem können alle, die ein Grundstück, ein Gebäude oder eine Hofanlage im Ortskern und ausgewiesenen Fördergebiet in einem der 15 Marburger Außenstadtteile besitzen, Anträge auf Zuschüsse zu Sanierungen, Um- oder Neubauten stellen. Die Stadt Marburg wurde 2014 in das Programm mit aufgenommen mit dem Ziel, zentrale Funktionen in den ländlich geprägten Stadtteilen zu stärken und eine gute Wohn- sowie Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern.
Aus dieser Förderung heraus sind in Marburg mehrere Arbeitsgruppen engagierter Bürgerinnen und Bürger entstanden, die sich bestimmten Themenschwerpunkten in der Dorfentwicklung widmen. So gibt es beispielsweise die „AG Mobilität und Versorgung“ oder die „AG Ehrenamt“, die sich seit 2016 aktiv in den Dorfentwicklungsprozess einbringen. Durch ihr Engagement sind neben vielfältigen Veranstaltungen für die Bewohnenden auch das Pilotprojekt des Bürger*innen-Carsharings entstanden.
In der Steuerungsgruppe „Dorfentwicklung“ sitzen Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung, der Kreisentwicklung des Landkreises Marburg-Biedenkopf, der AGs und die Ortsvorstehenden. Zusammen beraten sie beispielsweise über gemeinsame, stadtteilübergreifende Projekte, Veranstaltungen und Möglichkeiten, die Stadtteile – zum Beispiel im Bereich der Mobilität – weiterzuentwickeln. Dabei soll die Steuerungsgruppe die Funktion der Ortsbeiräte in keiner Weise ersetzen, sondern sie in Form einer Austauschgruppe für stadtteilübergreifende Anliegen ergänzen und stützen.
Nun ist die Zeit gekommen, die Steuerungsgruppe an Stadtrat Kopatz zu übergeben. „Euch abzugeben fällt mir schwer“, sagte Spies. „die Gespräche waren stets konstruktiv, die Themen interessant und vielfältig, wenn auch nicht immer einfach. Ich wünsche euch weiterhin einen so fruchtbaren Austausch, einen guten Umgang miteinander und viele weitere tolle Ideen.“
Stadtrat Kopatz, der seit dem ersten August Dezernent für Klimastrukturwandel, Bauen, Stadtplanung und Mobilität ist, freut sich auf seine Aufgabe in der Steuerungsgruppe „Dorfentwicklung“: „Es hat mich sehr gefreut zu sehen, dass es hier in Marburg bereits einen Prozess gibt, in dem man sich kooperativ miteinander abstimmt und das Klima mitberücksichtigt. Ich möchte, dass Sie wissen, dass ich immer offen für kreative Ideen und für Sie immer ansprechbar bin, denn in Marburg bringen wir die Dinge gemeinsam voran.“
Derzeit beschäftigt sich die Steuerungsgruppe damit, die auslaufende Förderzeit des Dorfentwicklungsprogramms bis Ende 2023 bestmöglich zu nutzen. Zudem geht es aber auch um die Frage, in welcher Form die Steuerungsgruppe auch nach Auslaufen des Förderprogramms miteinander arbeitet.
Die Mitglieder sind sich einig: Sie möchten den intensiven Austausch beibehalten, der die Stadtteile zusammengeschweißt hat, und ihn sogar erweitern. Deshalb arbeitet die Steuerungsgruppe derzeit an einer Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung (StVV), die die künftige Struktur und Kompetenzen der Steuerungsgruppe definieren soll.

* pm: Stadt Marburg

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