Eingeengt gefährlich: Versuchsweise Tempo 30 im Marbacher Weg

Tempo 30 soll im Marbacher Weg für Sicherheit und Klimaschutz sorgen. Dazu startet die Stadt einen Verkehrsversuch für drei Jahre
Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde im Marbacher Weg und der Emil-von-Behring-Straße hat Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies angeordnet. Ziele sind mehr Sicherheit für Radfahrende, ein besseres Miteinander von Rad- und motorisiertem Verkehr, weniger Lärm und Abgase und mehr Klimaschutz. Ob das funktioniert, wird in den nächsten drei Jahren beobachtet.
So lange dauert der Verkehrsversuch. Los geht es, sobald die Schilder aufgestellt sind.
„Damit der klimafreundliche Radverkehr für die Menschen attraktiver wird, muss Radfahren auf allen Strecken sicherer werden“, erklärte Verkehrsdezernent Spies und ergänzte: „Wir wissen: Verbesserungen für den Radverkehr bringen allen etwas, denn jeder Mensch auf einem Rad ist ein Auto weniger vor einem im Stau.“
Gerade der Weg durch Marbach zum Behring-Standort ist ein Nadelöhr mit hohem Verkehrsaufkommen. Ein abgetrennter und richtlinienkonformer Radweg kann dort aufgrund der Topografie und der engen Bebauung nicht gebaut werden.
Dazu kommt, dass besonders bergauf in Richtung Behring-Standort der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Autos, die momentan 50 Kilometer pro Stunde fahren können, und Radfahrenden besonders hoch ist. Dadurch erhöht sich der Druck für Auto- und Lastwagenfahrer, den Radverkehr auch an unübersichtlichen Stellen verbotenerweise mit zu wenig Abstand zu überholen. Das gefährdet die Radfahrenden noch zusätzlich.
Daran ändert auch die steigende Zahl der E-Bikes wenig – die Unterschiede in der Geschwindigkeit beider Verkehrsarten bleibt immer noch hoch.
Abhilfe und mehr Sicherheit für alle Beteiligten soll das neue Tempolimit schaffen. Es ist ein weiterer Baustein für den klimafreundlichen Radverkehr in Marburg. Damit mehr Bürgerinnen und Bürger sowie Beschäftigte im Stadtgebiet aufs Rad umsteigen können. Unterstützt wird das zusätzlich durch das Zuschussprogramm im Klima-Aktionsplan, das den Kauf von E-Bikes fördert.
„Im Marbacher Weg und der Emil-von-Behring-Straße wollen wir außerdem noch die verkehrsgeplagten Anwohner*innen von Lärm und Abgasen entlasten, denn langsamere Autos und Lkw sind leiser und verbrennen weniger“, begründete Spies den Verkehrsversuch. Schließlich verbessert das Tempolimit laut Oberbürgermeister auch noch die generelle Erreichbarkeit des Stadtteils Marbachs und des Pharmastandorts per Rad. Zusätzliche Radwege über den Oberen Rotenberg und von Wehrshausen aus sind bereits in Planung.
„Ich hoffe sehr, dass wir durch diese weitere Verbesserung für den Radverkehr auch das positive Ergebnis des ADFC-Fahrradklimatests wiederholen und noch weiter steigern können“, gab sich Oberbürgermeister Spies zuversichtlich. „Je attraktiver der Radverkehr, desto mehr Menschen werden das Rad zur Fortbewegung nutzen. Das hilft uns auf dem Weg zum Klimaneutralität 2030 ganz entscheidend weiter.“
Rechtlich basiert das neue Tempolimit von 30 statt 50 Stundenkilometern in der Durchgangsstraße in Marbach auf der Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO). Sie hat den Kommunen die Möglichkeit für Verkehrsversuche geschaffen, mit denen sie das Verkehrsverhalten und die Verkehrsabläufe untersuchen kann. Das geschieht nun im Marbacher Weg und der Emil-von-Behring-Straße.
Der Verkehrsversuch ist auf die Dauer von drei Jahren befristet. „Ich hoffe, dass wir mit dem Verkehrsversuch eine nachweisbare Verbesserung der Verkehrssituation erreichen können und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h auch dauerhaft möglich wird“, erläuterte Spies abschließend.

* pm: Stadt Marburg

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