Die Trockenheit der Sommer 2018 und 2019 hat 139 städtische Bäume in Mitleidenschaft gezogen. Darunter sind zahlreiche Fichten im Hauptfriedhof und an der Sonnenblickallee.
Die geschwächten Bäume sind durch den Befall von Borkenkäfern abgestorben. Sie müssen wie die weiteren Bäume im Stadtgebiet und den Außenstadtteilen gefällt werden. 165 Bäume werden nachgepflanzt.
Der Fachdienst Klimaschutz, Stadtgrün und Friedhöfe der Stadt Marburg ist bei den diesjährigen Baumkontrollen zum Ergebnis gekommen, dass insgesamt 139 Bäume im Stadtgebiet und den Außenstadtteilen aufgrund der sogenannten Verkehrssicherungspflicht gefällt werden müssen. Menschen und Tiere sollen damit vor der möglichen Bruchgefahr der Bäume geschützt werden.
Für jeden Baum wird eine standortgerechte Ersatzpflanzung geprüft. Beschäftigte der Baumpflegeabteilung des Dienstleistungsbetriebs Marburg (DBM) beginnen Anfang November damit, 165 neue Bäume zu pflanzen.
Bei der Auswahl der Baumarten spielen Kriterien hinsichtlich der Klimakrise eine besondere Rolle. Es handelt sich um Ausgleichspflanzungen für die gefällten Apfelbäume am Hasenkopf in unmittelbarer Umgebung und unterhalb des Schulgeländes in Cyriaxweimar. Die Pflanzperiode ist jahreszeitenabhängig und dauert insgesamt bis Ende März beziehungsweise Anfang April 2020.
Die ersten Fällungen – überwiegend von abgestorbenen Jungbäumen an diversen Standorten im Stadtgebiet – wurden schon vorgenommen. Der Zeitrahmen für die Fällungen ist naturschutzrechtlich für den Zeitraum zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 vorgegeben. Aufgrund der extremen Sommertemperaturen und der damit verbundenen Trockenheit sind in diesem Jahr wesentlich mehr Bäume vom notwendigen Austausch betroffen als das in den vorangegangenen Jahren der Fall war.
Unter der Trockenheit der vergangenen beiden Sommer haben viele Bäume gelitten, die nun gefällt werden müssen. Die geschwächten Bäume wurden anfälliger gegen weitere Schadfaktoren wie Käfer- oder Pilzbefall. Diese Auswirkungen sind oftmals erst zeitversetzt erkennbar.
Betroffen sind beispielsweise zahlreiche Fichten im Hauptfriedhof oder am stadtnahen Waldrand an der Sonnenblickallee. Borkenkäfer haben sie innerhalb von wenigen Monaten gänzlich befallen und so absterben lassen.
Von einem Pilzbefall betroffen ist etwa eine Linde am Trojedamm in der Nähe des Stegs der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Die Auswirkung der Fäulnis im Wurzelbereich macht sich im Kronenbild deutlich sichtbar. Auch einzelne Bäume entlang der Straßen des Südviertels sowie zwei Birken im Schlosspark müssen gefällt werden.
Jede Fällung wurde zusätzlich vorab baumsachverständig überprüft. Die zu beachtenden artenschutzrechtlichen Belange des Bundesnaturschutzgesetzes werden durch speziell geschulte Mitarbeiter des DBM an jedem Baum vor der Fällung überprüft. Bei Verdachtsmomenten wird die Untere Naturschutzbehörde hinzugezogen.
* pm: Stadt Marburg