Umbau: Politologie kommt von der Phil. Fak an die Ketzerbach

Die Philipps-Universität investiert weiter in den Ausbau des Campus Firmanei. Für die Politologenwird das Gebäude Ketzerbach 63 saniert.
Bis vor kurzem wurde es vom Fachbereich Pharmazie genutzt. Insgesamt knapp 8 Millionen Euro soll die Sanierung des ältesten Backsteinbaus Marburgs kosten. Bis Mitte 2020 ist der Abschluss der Sanierung geplant, die einen weiteren Baustein im Umzug der Geisteswissenschaften aus der so genannten „Phil. Fak“ – den Hochhäusern an der Stadtautobahn B3A – ins Stadtzentrum markiert.
„Wir freuen uns, dass wir Sondermittel nützen können, damit wir genügend Räume für Lehrende und Studierende des stark angewachsenen Fachbereichs bereitstellen können“, erklärte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Krause. „Zugleich gelingt es uns, ein bedeutendes Baudenkmal der Universität wieder in die Nutzung zu nehmen.“
In diesen Tagen wird an dem markanten gelben Gebäude mit den großen in Sandstein eingefassten Fenstern das Bauschild aufgestellt. Dann erfolgt zunächst eine umfangreiche Schadstoff- und Tiefbausanierung. Im Frühjahr 2019 sollen die Hauptarbeiten beginnen, die unter anderem auch eine energetische Sanierung eines Teils des Gebäudes umfassen.
Bei den Fenstern im Hauptgebäude werden hinter den im Original erhaltenen Eichenfenstern Kastenfenster für die Verbesserung des Wärmeschutzes angebracht – analog zur Sanierung des Kunstgebäudes. Darüber hinaus wird das Gebäude zum ersten Mal durch den Einbau eines Aufzugs, den Bau einer Rampe am seitlichen Eingang und behindertengerechte Toiletten barrierefrei werden.
Die Versorgungsleitungen müssen erneuert werden und einige Räume werden für die Nutzung als Büros umgebaut.
Für eine laborartige Nutzung ist das Gebäude heute nicht mehr geeignet. Für die Politikwissenschaft mit dem Bedarf an Seminarräumen und Büroflächen ist das Gebäude hervorragend nutzbar, auch wegen der Nähe zur neuen Universitätsbibliothek.
„Wir bringen das Gebäude technisch ins 21. Jahrhundert“, erläuterte Maja Turba vom Dezernat für Gebäudemanagement und Technik der Philipps-Universität. Und das in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz, denn das 1841 als anatomisches Institut errichtete Gebäude ist ein Baudenkmal.
Der ursprünglich zweigeschossige Backsteinbau wurde 1903 um eine Etage aufgestockt. Danach zog das zoologische Institut dort ein. In den 50er Jahren wurde der Bau grundlegend saniert.
Nach einem Umbau im Jahr 1976 nutzte der Fachbereich Pharmazie den Backsteinbau. Bis zum Umzug auf die Lahnberge waren dort das Institut für Pharmakologie und Toxikologie (bis 2011) sowie die Pharmazeutische Technologie (bis 2016) untergebracht.
Neben dem Hauptgebäude wird auch das seitlich angebaute Hörsaalgebäude in der Wilhelm-Roser-Straße saniert, das weiterhin für Vorlesungen genutzt werden soll. Von den geplanten Baukosten von 7,64 Millionen Euro stellt das Land Hessen im Zuge der dritten Phase des Hochschulpakts 2020 (HSP 2020) 5,4 Millionen Euro zur Verfügung. 2,24 Millionen Euro steuert die Universität bei. Bauherrin ist die Philipps-Universität Marburg, die den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) mit der Ausführung beauftragt hat.
Die Philipps-Universität hat keinen zentralen Campus. Die insgesamt etwa 120 Gebäude der Universität verteilen sich auf die beiden Hauptbereiche Campus Firmanei und Campus Lahnberge sowie weitere Standorte in der Innenstadt.
Die Lahnberge liegen etwa drei Kilometer östlich der Innenstadt. Dort befinden sich vor allem Natur- und Lebenswissenschaften. Auch das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) sowie ein Großteil des Fachbereichs Medizin sind auf den Lahnbergen angesiedelt.
Im Lahntal entsteht seit einigen Jahren der Campus Firmanei in direkter Nachbarschaft zur Elisabethkirche. Dort werden zahlreiche ehemalige Klinikgebäude nun anders genutzt.
Viele Institute geisteswissenschaftlicher Fachbereiche, die vorher in der Philosophischen Fakultät (Phil. Fak) in Hochhäusern an der Stadtautobahn untergebracht waren, sind inzwischen an den Campus Firmanei umgezogen. Dort befindet sich auch die neue Universitätsbibliothek.

* pm: Philipps-Universitäti Marburg

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