Mittelhessen setzt auf Qualität am Immobilienmarkt. Der 21. Auftritt der Region auf Europas größter Immobilien-Messe zeigte konkrete Ansätze für die Herausforderungen der Branche. <#!–more–>
Mittelhessen hat sich auf der „EXPO REAL“ in München mit einem Aussteller-Rekord als starker Wirtschaftsstandort präsentiert. Vom 5. bis 7. Oktober 2026 bildete das Regionalmanagement Mittelhessen gemeinsam mit 25 Partnern und 18 Sponsoren ein starkes Bündnis aus Bauunternehmen, Projektentwicklern, Banken, Kommunen, Landkreisen und Wirtschaftsförderungen. Der Gemeinschaftsstand zeigte so, was die Region leistet: von der Flächenentwicklung über Planung und Bau bis zur Finanzierung.
Die Messe selbst verzeichnete 1.777 Aussteller und mehr als 42.000 Gäste. Das warmehr als im Vorjahr: Der Markt zeige erste Anzeichen der Erholung, die Investitionsbereitschaft wachse. Ob Projekte tatsächlich entstehen, entscheide sich aber oft an drei Stellen: bei der Finanzierung, bei den Baukosten und den Vorschriften, erklärte die Messe.
Als Sprecher der WIBank-Geschäftsleitung prognostizierte Gottfried Milde: „Die leicht positive Tendenz im freifinanzierten Wohnungsbau gibt uns Zuversicht, dass die vielen politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Preissteigerungen auf dem Bau Wirkung zeigen und der Markt sich langsam wieder selbst reguliert. Steigende Anforderungen an Effizienz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit machen deutlich, dass neue Wege gefragt sind. Wir begrüßen daher die Intentionen der Politik, gezielt Anreize für innovative Bau- und Planungsmethoden zu schaffen.“
Die Partner setzten vor diesem Hintergrund auf konkrete Antworten und Problemlösungen. Vorstandssprecher Lars Witteck von der Volksbank Mittelhessen (VBMH) bezeichnete den Gemeinschaftsstand als Anlaufstelle, die von Jahr zu Jahr professioneller werde. Früher habe man erklären müssen, wo Mittelhessen liegt. Heute kämen die Besucher gezielt vorbei, weil sie wüssten, was die Region zu bieten habe.
Geschäftsführer Jens Ihle vom Regionalmanagement Mittelhessen resümierte: „In unruhigen Zeiten braucht ein Standort wie Mittelhessen vor allem ein starkes Teamplay der Akteure in der Immobilienwirtschaft. Der Fokus liegt auf qualitativen Projekten und Flächen, die die Wertschöpfung der Region sichern. Und auf guten Rahmenbedingungen, vom Wohnen bis zur Lebensqualität. Unseren Gesellschaftern aus der Politik ist die Aufgabe sehr bewusst. Das beweist die Präsenz der politischen Spitzen auf unserem Stand.“
Bei der Ansprache begrüßte Dr. Christoph Ullrich als dienstältester Regierungspräsident beim Regierungspräsidium Gießen zum elften und letzten Mal in seiner Amtszeit die Partner am Stand: „Ich habe den Auftritt auf der EXPO Real für unsere Bildungs- und Wirtschaftsregion Mittelhessen immer gerne unterstützt und finde es toll, dass wir dieses Mal einen neuen Rekord verzeichnen.“ Hauptgeschäftsführer Dietmar Persch von der IHK Lahn-Dill ergänzte in seiner Funktion als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Regionalmanagements: „Auf der wichtigsten Real Estate Messe Europas Flagge zu zeigen und die Stärken der Region zu präsentieren ist und bleibt wichtig für Mittelhessen.“
In zehn Talks an zwei Tagen spannte das Fachprogramm am Mittelhessen-Stand den Bogen von der aktuellen Lage bis zur digitalen Transformation und der Zukunft des Bestands. Ilona Roth von der Sparkasse Gießen, Stefan Füll von der Handwerkskammer Wiesbaden und Klaus Rohletter von der Bauunternehmung Albert Weil AG beleuchteten im Branchentalk ihre drei Blickwinkel: Die Branche brauche eine verlässliche Förderkulisse, um planen zu können, und sie brauche den Mut, Projekte trotz unsicherer Rahmenbedingungen anzugehen. Der Mittelstand müsse sich flexibler auf neue Bedingungen einstellen und die Dinge angehen, forderte Rohletter.
Johann Schäfer von „Schäfer Dein Bäcker“ tut dies im Hinblick auf sein Personal: Mit dem WELCOMECENTER Mittelhessen diskutierte er über die Beschäftigung internationaler Fachkräfte, über seine Erfahrungen, neue Chancen und Hürden. Sein Bäckereiunternehmen ist stark gewachsen.
„Mit der Vielfalt unserer Themen und Aussteller zeigt sich auch der Wert starker Netzwerke im Heimatmarkt“, erklärte Ihle. „Bei uns sind Investoren keine anonymen Fonds, sondern echte Menschen aus der Region mit persönlicher Bindung, langfristigem Denken und einem ehrlichen Interesse an der Entwicklung vor Ort. Diese Nähe schafft Vertrauen, ermöglicht schnelle Entscheidungen und macht uns auch in schwierigen Marktphasen handlungsfähig.“
* pm: Regionalmanagement Mittelhessen, München