Zurückgeschaut: Ehrung für Jürgen Hölzer und Jürgen Rausch

Zwei prägende Persönlichkeiten haben am Mittwoch (26. August) die Goldene Ehrennadel der Stadt Marburg erhalten. Ausgezeichnet wurden damit Jürgen Hölzer und Jürgen Rausch.
Mit der feierlichen Verleihung der Goldenen Ehrennadel hat die Stadt Marburg das Wirken zweier Persönlichkeiten gewürdigt. Jürgen Hölzer hat 36 Jahre lang die Entwicklung der Marburger Stadtbücherei maßgeblich geprägt, Jürgen Rausch lenkte mehr als zwei Jahrzehnte die städtebauliche Entwicklung.
„Sie haben das Gesicht der Stadt über Jahrzehnte hinweg entscheidend geprägt, bleibende Werte geschaffen und das kulturelle sowie gesellschaftliche Leben in Marburg maßgeblich bereichert“, fasste Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies die herausragenden Verdienste von Jürgen Hölzer und Jürgen Rausch zusammen. Dafür überreichte er ihnen ihnen die Goldene Ehrennadel der Stadt Marburg.
Mit großer Hingabe hat Jürgen Hölzer die Marburger Kulturlandschaft geprägt. Seit 1990 lenkte er als Fachdienstleiter die Geschicke der Stadtbücherei Marburg. „Sie wecken Interesse am Lesen, an der Literatur“, sagte Spies zu dem Geehrten. „Sie schaffen ein spannendes Angebot und einen Ort, der ein Abenteuerland ist, an dem man stöbern und über wunderbare Funde stolpern kann.“
Hölzer selbst sprach über den Wandel in der Medienwelt und in den Bibliotheken: „Aus ihnen wurden Einrichtungen mit neuen Konzepten, die mit rasanten Entwicklungen mithalten mussten. Bücherei ist ein Ort zum Ausprobieren und Entdecken, für die Mediennutzung aber auch für die Digitalisierung von Medien. Es hat mir viel Freude gemacht, diesen Wandel begleiten zu dürfen.“
Als der gebürtige Gießener sein Amt antrat, übernahm er zugleich die Leitung der „Deutsch-amerikanischen Bibliothek“. Sie war gerade gemeinsam mit der Stadtbücherei in das modernisierte „Amerika-Haus“ mit der Bezeichnung „J.F. Kennedy-Haus“ in der Ketzerbach nahe der Elisabethkirche eingezogen. Seitdem haben die Institution sowie ihre Mitarbeitenden unter seiner Leitung zahlreiche tiefgreifende und erfolgreiche Veränderungen erfahren.
Sein Handwerk erlernte Hölzer nach dem Wehrdienst während seines Studiums des Bibliothekswesens in Stuttgart. Nach ersten beruflichen Stationen, in denen er unter anderem als Bibliotheksleitung in Kassel tätig war und eine kombinierte Stadtteil- und Schulbibliothek in Kassel leitete, trat er dann die Stelle als Bibliotheksleiter in Marburg an.
Jürgen Rausch blickt auf eine beeindruckende und prägende Karriere im Dienst der Universitätsstadt zurück. „Jürgen Rausch hat viel für den Wohnungsbau und die Modernisierung von Wohnraum getan“, sagte Spies. „Würde ich aufzählen, mit welchen Projekten er die Stadt verändert und geprägt hat – wir würden hier heute Abend noch sitzen.“
Rauschs Laufbahn begann im Jahr 1992 als Fachdienstleiter für Tiefbau. Bereits 1997 übernahm er die Leitung des damaligen Bauamtes als Fachbereichsleiter und lenkte fortan mit großem Weitblick die städtebauliche Entwicklung Marburgs. Unter seiner Federführung wurden wegweisende Projekte realisiert, die das Stadtbild bis heute nachhaltig prägen. Dazu gehören unter anderem die strategische Planung und Umsetzung der Wohnungsbau-Vorhaben zur Nachverdichtung im unteren und oberen Richtsberg sowie die erfolgreiche Entwicklung des Wohnquartiers „Alte Gärtnerei“ an der Alten Kasseler Straße. Auch der anspruchsvolle Umbau und die Erweiterung des Erwin-Piscator-Hauses sowie die umfassende Umgestaltung und Sanierung der Universitätsstraße fielen in seinen Verantwortungsbereich.
Ab 2018 stellte sich Rausch einer neuen Aufgabe und übernahm die Geschäftsführung der Gemeinnützigen Wohnungsbau GmbH (GeWoBau) Marburg. Bis zu seiner Verabschiedung Ende März 2026 entwickelte er die Wohnungsbaugesellschaft dynamisch weiter. Durch gezielte Neubauten, Dachaufstockungen und umfassende Sanierungen schaffte er kontinuierlich bezahlbaren Wohnraum.
Ein herausragendes Beispiel seines Schaffens ist der Neubau des Altenzentrums am Richtsberg für die Marburger Altenhilfe. Dieser Neubau stellt sowohl einen baulichen als auch einen sozialen Ankerpunkt für das Quartier dar. Bei all seinen Projekten legte er stets besonderen Wert auf nachhaltiges und zukunftsorientiertes Bauen.
„Ich habe nie bereut, mich für die Arbeit auf kommunaler Ebene entschieden zu haben“, sagte Rausch. Er sei aufgewachsen mit einem Ortsvorsteher als Vater, die Sprechstunden hätten im Wohnzimmer stattgefunden. „Der Fernseher musste dann ausgemacht werden. Das war manchmal ärgerlich. Aber auch spannend, denn ich habe oft zugehört.“
So wurde aus Rausch jemand, der etwas bewegen und Menschen mitnehmen wollte. „Ich glaube, meistens ist uns das auch gut gelungen und wir haben im Team immer Lösungen gefunden, wenn es Schwierigkeiten oder Kritik gab.“

* pm: Stadt Marburg

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