Feuerwehrleistungsübungen auf Bezirksebene haben am Samstag (20. Juni) in Kirchhain stattgefunden. Die Mannschaften aus Dreihausen, Cappel und Brechen-Werschau haben sich für den Landesentscheid qualifiziert.
Der Vorjahressieger hat sich erneut den Siegerpokal geschnappt: Das Team der Freiwilligen Feuerwehr Ebsdorfergrund-Dreihausen hat am Samstag (20. Juni) den Bezirksentscheid der Feuerwehrleistungsübungen gewonnen. Auf Platz zwei kam das Team aus Marburg-Cappel und auf Platz drei Brechenim-Werschau im Landkreis Limburg-Weilburg.
„Ich wünsche euch schon mal viel Erfolg für den Landesentscheid“, sagte Branddirektor Dr. Sven Holland vom Regierungspräsidium (RP) Gießen, das den Wettbewerb mit tatkräftiger Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhain und den Schiedsrichtern aus den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Gießen veranstaltete. „Macht weiter so und motiviert andere, damit sie Gefallen finden an den Feuerwehrleistungsübungen!“ Diese Worte gab Holland allen sieben Mannschaften aus vier mittelhessischen Landkreisen mit auf den Weg.
Auch RP-Abteilungsleiterin Claudia Coburger-Becker zollte den Teams Respekt: „Sie verbringen schon viel Freizeit bei der Feuerwehr und investieren darüber hinaus viel Zeit in diesen Wettkampf. Sie haben alle eine gute Leistung gezeigt. Das Ergebnis ist denkbar knapp.“
Dann gab sie die Ergebnisse bekannt. Landrat Jens Womelsdorf und Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann hielten ebenfalls kurze Grußworte und würdigten die Leistungen. Die Pokale für die drei besten Teams hatten das Regierungspräsidium Gießen, der Kreisfeuerwehrverband Marburg-Biedenkopf und der Bürgermeister der Stadt Kirchhain gestiftet.
Bevor es so richtig spannend wurde und die Platzierungen verkündet wurden, hatten die sieben Mannschaften ihr Können nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Theorie gezeigt. Im theoretischen Teil galt es, in zehn Minuten 15 Fachfragen aus allen Themengebieten der Feuerwehr zu beantworten. Zum Beispiel wurde gefragt: Welche Feuerwehrdienstvorschrift regelt unter anderem die Vorgehensweise bei Gefahren durch Kampfstoffe? Oder: Welcher Sicherheitsabstand ist zu spannungsführenden Anlagen bis 1.000 Volt mindestens einzuhalten? Für diesen Teil zeichneten Melanie Lochnit, Wolfgang Cloos und Timo Bienko vom RP Gießen verantwortlich.
Im praktischen Teil traten die Einsatzkräfte als sechsköpfige Staffel oder als neunköpfige Gruppe an. Angenommen wurde, dass es im Lagerbereich eines Industrieunternehmens beim Verladen von Gefahrstoffen zu einem Unfall mit einem Gabelstapler gekommen ist. Dabei trat Gefahrstoff aus, der ätzend und brennbar, aber mit Wasser löschbar ist, so die Info für die Einsatzkräfte. Der Gabelstaplerfahrer lag bewusstlos am Boden. Kurz darauf begann es zu brennen.
All das geschah natürlich nicht in echt. Die Feuerwehren mussten innerhalb weniger Minuten zunächst das Feuer löschen, eine Gasflasche kühlen – beides dargestellt durch Fallklappen – und dann die Person – eine Übungspuppe –
retten und dekontaminieren. Im Anschluss mussten noch Knoten und Stiche gebunden werden. Die Schiedsrichter – jeweils zwei aus den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Gießen – schauten dabei genau, ob alle Handgriffe sitzen, hörten, ob die Funksprüche korrekt sind und stoppten die Zeit. Nach jeder Übung gab es ein Feedback für die Feuerwehren.
Für die drei besten Teams heißt es jetzt: Weiter trainieren für den Landesentscheid! Der wird am Sonntag (30. August) in Rotenburg an der Fulda ausgetragen.
* pm: Regierungspräsidium Gießen