Schwarz malen: Linke kritisiert rassistische Berichterstattung

Seit April wird in der Oberhessischen Presse (OP) über die Vorbereitungen für den Grenzgang in Biedenkopf berichtet. Zur Veranstaltung und der Vorberichterstattung hat sich Die Linke Marburg-Biedenkopf am Samstag (23. Mai) geäußert.
Ein besonderer Fokus wurde in der Berichterstattung auf eine Figur gelegt, die in Benennung und Darstellung kolonialen und rassistischen Prinzipien folgt. Die Initiative für Schwarze Menschen (ISD) Marburg hat dazu am Samstag (25. April) ein Statement veröffentlicht: „Das M*-Wort ist keine „Tradition“, sondern eine koloniale Fremdbezeichnung, die Schwarze Menschen als „anders“, untergeordnet und nicht zugehörig markiert. Es stammt aus einer Geschichte, in der Menschen hierarchisiert, ausgebeutet und entmenschlicht wurden und trägt genau diese Bilder bis heute weiter. Blackfacing ist Teil derselben rassistischen Geschichte, in der Schwarze Menschen als stereotype, lächerliche oder „unterlegene“ Figuren dargestellt wurden.“
Diskriminierung entsteht dort, wo Menschen aufgrund eines Merkmals wie zum Beispiel der Hautfarbe anders behandelt werden als andere Menschen. Das kann gewollt, aber auch ungewollt passieren. An der verletzenden Wirkung für Schwarze Menschen ändert die Intention jedoch nichts.
In der Debatte um den Grenzgang sollte es daher nicht darum gehen, welche vermeintliche „Ehre“ mit einer bestimmten Figur verbunden ist, sondern darum, welche rassistischen Bilder und Strukturen dadurch weitergeführt werden. Ein Blick in die Geschichte von rassistischen Praktiken wie „Blackfacing“ ebenso wie den Einbezug und die Anerkennung der .Perspektive Schwarzer Menschen sind unabdingbar, um einen gesellschaftlichen Raum – im Rahmen eines Stadtfestes ebenso wie im Rahmen einer Berichterstattung – diskriminierungsarm zu gestalten.
Der Kreisverband „Die Linke Marburg-Biedenkopf“ stellt sich gegen diskriminierende und rassistische Vorgänge im Landkreis: „Wir solidarisieren uns mit allen Schwarzen Menschen, die sich durch die rassistischen Praktiken des Grenzgangs verletzt und exotisiert werden. Wir fordern eine kritische Auseinandersetzung mit den Rollen und Akteuren des Grenzgangs und eine kritische Berichterstattung der lokalen Medien zu dem Thema unter Einbeziehung der Perspektiven Schwarzer Menschen. Dazu gehört die Abschaffung des Blackfacing, die Umbenennung der Figur und die Entwicklung eines neuen Konzeptes für den Grenzgang ohne rassistische Praktiken. Wir glauben fest daran, dass es möglich ist, auf diskriminierende Praktiken zu verzichten und gleichzeitig den traditionsreichen Grenzgang in seiner Fülle und Bedeutung für die Feiernden und die Region zu erhalten.“

* pm: Die Linke Marburg-Biedenkopf

Kommentare sind abgeschaltet.