Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai ruft ver.di Hessen zur Demonstration in Marburg auf. Um 16.30 Uhr beginnt der Demonstrationszug am Hauptbahnhof.
Die Strecke ist zirka 3,2 Kilometer lang. Sie sollte barrierefrei sein und kann aber bei Bedarf (für Menschen, denen sie zu lang ist) abgekürzt werden. Die Abschlusskundgebung findet gegen 17.30 Uhr auf dem Vorplatz des Erwin-Piscator-Hauses (EPH) statt. Voraussichtliches Ende ist ungefähr um 18.30 Uhr.
An diesem Tag finden bundesweit – aber auch in Marburg – weitere Veranstaltungen statt. Zu finden sind sie bald unter aktionteilhabe.verdi.de.
ie Kommission zur Sozialstaatsreform der Bundesregierung hat zu ihrer Aufgabe erklärt, die steigenden Ausgaben für die Eingliederungshilfe zeitnah zu begrenzen. Dazu gehört explizit die Ansage, die Personalkosten zu senken. Dadurch geraten nicht nur unsere Tariflöhne in Gefahr, sondern es werden auch die Menschen mit Behinderung darunter leiden.
Vor wenigen Tagen ist ein internes Arbeitspapier von Bund, Ländern und Kommunen bekannt geworden, dass Pläne für drastische Kürzungen bei Leistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen enthält. So soll unter anderem der individuelle Rechtsanspruch auf Schulbegleitung gestrichen, das Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderungen eingeschränkt, die Nachbetreuung junger Erwachsener aus der Jugendhilfe abgeschafft und der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende zusammengestrichen werden. Zahlreiche Vorschläge widersprechen der UN-Behindertenrechtskonvention und der UN-Kinderrechtskonvention.
Am 25. März 2026 hat die Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbands Hessen (LWV) seinen Haushaltsplan 2026 beschlossen. Der Haushalt hat ein Volumen von insgesamt 2,7 Milliarden Euro, ein planerisches Plus von rund 174 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. (Quelle:
Die vielen Redebeiträge vor der Abstimmung zumm Haushalt haben erkennen lassen, dass die Kostenreduktion im Fokus vieler Entscheidungsträger*innen im LWV steht und nicht die Arbeits- und Lebensbedingungen der Betroffenen. Die Finanzierung der Eingliederungshilfe steht auch in Hessen massiv unter Druck und so wurden Maßnahmen wie der Zukunftssicherungsbeitrag oder die Prüfung vieler Leistungserbringer von den Mitgliedern der Verbandsversammlung gelobt und die Einsparung von rund 44 Millionen Euro begrüßt. Welche Folgen das für Menschen mit Behinderung hat oder welche Folgen das für die Qualität der Arbeit sowie die Arbeitsbedingungen bedeutet, spielte – wenn überhaupt – nur eine untergeordnete Rolle.
Der LWV ergreift diese Maßnahmen aber nicht zum Selbstzweck, sondern weil die „kommunale Familie“ – bestehend aus Landkreisen und kreisfreien Städten -, die den LWV überwiegend finanzieren und zu der sich auch der LWV zählt, unter finanziellem Druck steht. Darum ist die Forderung
bei der Demo auch, die Finanzierung des LWV zu sichern und zu stärken, damit Menschen mit Behinderung und Beschäftigte in der Branche auch in Zukunft noch gute Arbeits- und Lebensbedingungen vorfinden und sie den Unterstützungsbedarf bekommen und leisten können, den ernsthafte Inklusion und Gleichstellung benötigen.
* pm: Ver.di Mittelhessen