Neu und neugierig: Online-Tool ermittelt Nutzen digitaler Dienste

„GoDonu“ erweitert „eGovSAD“. Städte lernen bei Online-Diensten voneinander und von der Bevölkerung.
Dank „GoDonu“ werden die Online-Dienste der Stadt Marburg und der Partner-Kommunen immer einfacher und komfortabler. Hinter dem Begriff stecken Funktionen, mit denen die Kommunen sich gemeinsam anschauen, wie Bürgerinnen und Bürger die Online-Dienste nutzen, und die Daten miteinander vergleichen. Diese Entwicklung aus Hessen ist bundesweit modelhaft.
Die Stadt Marburg hat mittlerweile mehr als 100 digitale Dienstleistungen. Bürgerinnen und Bürger können ihre Geburtsurkunde anfordern, einen Termin im Stadtbüro machen, einen Zuschuss für Mehrwegwindeln bekommen oder den StadtPass beantragen. Aber sind die Online-Prozesse für die Bürger*innen verständlich? Welche werden besonders häufig genutzt und welche gar nicht? Und welche Online-Dienste klappen in einer Nachbarstadt besser als in Marburg?
Die Stadt Marburg arbeitet gemeinsam mit Partner-Kommunen und Landkreisen daran, die Online-Services stetig zu verbessern. Dazu hat Marburg zunächst über ein Förderprojekt „eGovSAD“ entwickelt – ein Analyse-Werkzeug, um etwa zu sehen, wann Bürger*innen einen Online-Service abbrechen. Nun hat die Stadt gemeinsam mit Fulda, Gießen, Limburg, Offenbach, Wetzlar, Frankfurt, Kassel und dem Rheingau-Taunus-Kreis „eGovSAD“ durch „GoDonu“ weiterentwickelt. „GoDonu“ ist der nächste Schritt und hilft den Städten dabei, die Erkenntnisse aus „eGovSAD“ miteinander zu vergleichen, voneinander zu lernen und so gemeinsam besser zu werden.
„Digitalisierung gehört zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Denn es reicht nicht, Angebote und Prozesse ins Digitale zu übertragen – sie müssen funktionieren und dabei einfach und intuitiv in der Anwendung sein. Daher sind wir sehr stolz auf die Projekte eGovSAD und GoDonu, die maßgeblich dazu beitragen, unsere Online-Services für die Bürger*innen zu verbessern. Besonders freuen wir uns, dass von diesem Projekt auch alle nachnutzenden Kommunen profitieren.“
Mittlerweile nutzen mehr als 100 Städte und Landkreise „eGovSAD“. Das Ministerium hat für die Umsetzung der beiden Projekte rund 1,8 Millionen Euro Fördermittel aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“ zur Verfügung gestellt. Zudem übernimmt das Land die Betriebskosten für Civento und „eGovSAD“ bis Ende 2029 im Rahmen der Kooperationsvereinbarung „Kommunale Verwaltungsdigitalisierung“.
Michael Welter von der Abteilung Digitalisierung der Kommunen, ländlicher Raum und Gesellschaft des Hessischen Ministeriums für Digitalisierung und Innovation hat die Praxisdokumentation des Projekts „GoDonu“ in Marburg entgegengenommen und dem interkommunalen Projektteam zum erfolgreichen Abschluss des Projektes GoDonu gratuliert. „eGovSAD hat gezeigt, wie wir durch den Einsatz moderner Technologien effizienter und bürgerfreundlicher arbeiten können und wie der Nutzen für Bürgerinnen und Bürger konsequent in den Mittelpunkt der digitalen Transformation gestellt wird“, sagte Abteilungsleiter Welter in Vertretung für die Hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus. „Mit GoDonu gehen Sie nun einen Schritt weiter und machen die Nutzung von Online-Diensten vergleichbar. Somit können Vorreiter identifiziert und von deren Lösungen gezielt gelernt werden. Wie gut diese Idee war, zeigt zum einen das hohe Interesse der Kommunen, sich an dieser Interkommunalen Zusammenarbeit zu beteiligen, und zum anderen di“GoDonu“ steht für „Gemeinsam online Daten offen nutzen“. Die Idee: Je mehr Städte ihre Online-Dienste miteinander vergleichen, desto mehr können sie voneinander lernen und die Services noch schneller verbessern. So ergänzt „GoDonu“ durch die entwickelten Funktionen die bereits hessenweit genutzte Analyse-Plattform „eGovSAD“. Ein Beispiel dafür ist die Feedback-Funktion: Bürger*innen haben, wenn sie eine digitale Dienstleistung nutzen, zu jederzeit die Gelegenheit, über den Feedback-Knopf eine selbst verfasste Rückmeldung zu geben, wie „Ich verstehe nicht, was ich in das Feld ganz oben eingeben soll“. So erhalten die Kommunen ein direktes Feedback, wo ein Formular oder der Prozess noch zu umständlich ist. Diese Funktion wird bereits von den meisten Online-Diensten unterstützt.
Zudem können zukünftig wichtige Daten ganz einfach in Form eines Dashboards zusammengestellt und im Internet verfügbar gemacht werden. Ein Beispiel für ein solches Daten-Dashboard findet sich unter www.marburg.de/egovsadhessen.
Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach: Das „eGovernment Service- und Analyse-Dashboard“ (eGovSAD) funktioniert wie eine Art cleveres Cockpit für die Auswertung der Online-Angebote. Es zeigt auf einen Blick alle wichtigen Informationen über die Nutzung.
So hilft „eGovSAD“ bei der Beantwortung verschiedenster Fragen: Wie oft werden die Online-Dienste genutzt? Wann am liebsten? Und nutzen die Bürger*innen eher ihr Handy oder den Computer? Wo hakt es vielleicht noch?
Warum brechen Bürger*innen einen Vorgang ab und an welcher Stelle?Welche Bezahlmethoden werden am liebsten genutzt? Welches Feedback geben die Bürger*innen?
Mit „eGovSAD“ können die Online-Dienste gezielt an die Bedürfnisse der Bürger*innen angepasst und so stetig verbessert werden. Die Stadt Marburg hat dieses System gemeinsam mit den Städten Fulda, Gießen, Limburg, Offenbach und Wetzlar entwickelt. Auch die ekom21, Hessens größter IT-Dienstleister für Kommunen, ist ein starker Partner. Sie betreibt eGovSAD für alle beteiligten Städte und unterstützt diese unter anderem bei Fragen.
„Im Prinzip kann man es sich so vorstellen, dass jede Stadt über ihre Online-Services und deren Nutzung ein Notizbuch führt. Das ist „eGovSAD“. „GoDonu“ bietet die Möglichkeit, diese Notizbücher ganz einfach miteinander zu vergleichen und so voneinander zu lernen.
Sowohl bei „eGovSAD“ als auch bei „GoDonu“ werden keinerlei persönliche Daten gespeichert. Alle Informationen, die die Kommunen einsehen können, sind komplett anonym. Die Daten zeigen, welche Dienste wann und wie oft genutzt wurden, jedoch nicht von wem.
Die Stadt Marburg bietet mehr als 100 Online-Dienste. Die Angebote finden sich unter www.marburg.de/digital.

* pm: Stadt Marburg

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