Bessere Bezahlung: In Marburg fahren die meisten Busse trotz Streik

Einen bundesweiten Streik im Öffentlichen Nahverkehr hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft „Ver.Di“ für Montag (2. Februar) angekündigt. Der Marburger Stadtbusverkehr bleibt davon voraussichtlich aber weitgehend verschont.
Grund zum Streiken hätte das Fahrpersonal in Marburg ganz gewiss auch. Doch die Struktur des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) hat nach der europaweiten Deregulierung inden letzten Jahren sehr zersplitterte Formen angenommen. So sind die meisten Busfahrerinnen und Busfahrer in Marburg nicht direkt bei den Stadtwerken Marburg (SWM) und damit im Öffentlichen Dienst beschäftigt, sondern bei deren privatem Tochterunternehmen „Marburger Verkehrsgesellschaft“ (MVG). Der Streik von Ver.Di gilt allerdings nur für den Öffentlichen Dienst und damit nicht für die MVG.
Die Forderung nach besserer Bezahlung ihrer Beschäftigten wird von den kommunalen Spitzenverbänden als „unbezahlbar“ zurückgewiesen. Gleichzeitig klagen Kommunen aber über Personalmangel in vielen wichtigen Bereichen. Bezahlbar wären höhere Löhne in Stadt- und Kreisverwaltungen sowie kommunalen Betrieben sicherlich eher, wenn Städte und Gemeinden sowie Landkreise von Bund und Land diejenigen Kosten erstattet bekämen, die ihnen durch Übernahme zusätzlicher Aufgaben in den letzten Jahren und Jahrzehnten entstanden sind.

* Franz-Josef Hanke

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