30 Jahre lang war er Direktor der Deutschen Blindenstudienanstalt (BliStA). Am Freitag (21. November) ist Jürgen Hertlein im Alter von 83 jahren gestorben.
Von 1977 bis 2007 prägte Jürgen Hertlein die bedeutendste Blindenbildungseinrichtung Deutschlands. Er sorgte dafür, dass Schülerinnen und Schüler nicht mehr im Heim auf dem BliStA-Campus wohnten, sondern in Wohngruppen an unterschiedlichen Orten im Marburger Stadtgebiet. Der Blindenpädagoge strebte möglichst viel Autonomie der sehbehinderten und blinden Schülerinnen und Schüler an.
Geboren wurde Hertlein im bayerischen Eichstädt. Den Einschlag seiner Heimat hat er zeitlebens nicht aufgegeben. Nachm einem Studium der Sonderpädagogik in Eichstädt wechselte er zunächst nach Würzburg, wo er an der dortigen Blinden- und Sehbehindertenschule arbeitete. Von 1972 bis 1977 war er ihr Leiter.
Schon während der anschließenden Tätigkeit als BliStA-Direktor engagierte sich Hertlein als Sportfunktionär: Von 1997 bis 2017 war er Präsident des Basketball-Clubs „BC Marburg“. Mit dem deutschen Pokalsieg und der deutschen Meisterschaft fielen In diese Zeit die größten Erfolge der Basketballerinnen. Außerdem war Hertlein auch Mitinitiator des Handicap-Teams des Vereins.
Nach seinem Ausscheiden bei der BliStA im Jahr 2007 betätigte sich der Sozialdemokrat verstärkt in der Kommunalpolitik. Bis 2021 gehörte Hertlein dem ehrenamtlichen Magistrat der Universitätsstadt Marburg an. Dabei war r stets streitbar und engagiert. Mit Hertlein verliert Marburg eine weitere Persönlichkeit, die das Leben in der Stadt jahrzehntelang mit geprägt hat.