Wegen der hohen Kosten für Hebammen unterstützt die Stadt außerklinische Geburten. Dafür gewährt sie finanzielle Beihilfen.
Das Geburtshaus in Marburg ist weiterhin hohen Belastungen ausgesetzt. Daher unterstützt die Universitätsstadt Marburg das Geburtshaus auch in diesem Jahr mit einem erhöhten Zuschuss von 200 Euro pro Geburtsbetreuung für Frauen aus Marburg.
„Die weiterhin erschwerten Bedingungen durch die pandemische Lage, aber auch die Schließungen von Geburtsstationen und anderen Geburtshäusern in Mittelhessen erschwert die Arbeit im Geburtshaus Marburg auch in diesem Jahr weiter“,, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Wir möchten deswegen auch im Jahr 2022 den Zuschuss auf 200 Euro pro Geburtsbetreuung anheben und uns für die wertvolle und hervorragende Arbeit der Hebammen im außerklinischen Bereich in der Region bedanken. Damit wollen wir auch die Wahlfreiheit hinsichtlich des Geburtsortes als zentrales Frauenrecht in Marburg stärken.“
Melani Trofimow vom Geburtshaus Marburg erklärte, die schwierige Coronalage habe die Schwangerschaftsbetreuung und die außerklinische Geburtshilfe auch im laufenden Jahr schwer belastet. Zudem erwarte das Geburtshaus 2022 eine ähnlich hohe Zahl an Geburten wie bereits 2021. Mit 221 Geburten im letzten Jahr hat das Geburtshaus rund zehn Prozent aller außerklinischen Geburten in der Universitätsstadt betreut.
In anderen Städten und Regionen liegt dieser Anteil bei unter zwei Prozent. Die derzeitige hohe Kostenbelastung ist zum Teil durch die weiterhin unsichere Coronasituation bedingt. Denn die Einnahmen im Kursbereich sind durch die geringere Teilnahmezahl aufgrund der Hygienebestimmungen zur Mitfinanzierung der Geburtshilfe gesunken.
Weiter steigt zudem die Belastung durch die Erhöhung des Eigenanteils der hohen Versicherungskosten pro Hebamme im außerklinischen Bereich, berichtete Trofimow.
Zusätzlich sind auch die Geburtshäuser in Hessen durch eine andauernde Schließungswelle von Geburtsstationen betroffen. In Hessen wurden in den zurückliegenden zehn Jahren 13 Geburtshilfestationen von Kliniken geschlossen. Darunter war 2019 auch die Geburtshilfestation in Marburg-Wehrda.
* pm: Stadt Marburg