Wichtige Beteiligungen: Uni festigt Bedeutung in digitaler Forschung

ihre Bedeutung in der Digitalisierung festigt die Philipps-Universität auch national. Sie ist an zwei von neun geförderten Konsortien der Nationalen Forschungsdaten-Infrastruktur (NFDI) beteiligt.
Dabei handelt es sich um das „NFDI4Culture“ und das „NFDI4BioDiversity“. Die beiden Konsortien werden von Bund und Ländern für die kommenden fünf Jahre gefördert.
„Die Philipps-Universität hat das Entstehen der Konsortien sowohl personell als auch materiell stark unterstützt“, berichtete Universitäts-Vizepräsident Prof. Dr. Thomas Nauss.
„Umso mehr freuen wir uns über den Erfolg, gleich zwei Konsortien mitgestalten zu können. Das ist ein Ergebnis unserer bisherigen Entwicklung und gleichzeitig ein wichtiger Baustein für unsere künftige Digitalisierungsstrategie.“
Der Vizepräsident für Informationsmanagement der Philipps-Universität verwies auf die Rolle Marburgs in diesem Prozess: „Wir gehen bei der digital gestützten Wissenschaft stark voran. Unser Servicezentrum für digital gestützte Forschung ist zentrale Anlaufstelle für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und entwickelt gemeinsam mit der Zukunftswerkstatt für digital gestützte Lehre auch für Studierende Angebote zum Umgang mit Forschungsdaten.“
NFDI4Culture ist ein Konsortium für Forschungsdaten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern. Federführend ist die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Marburg ist mit zwei Ko-Sprechern an dem Konsortium beteiligt.
Dr. Christian Bracht vom Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg (DDK) und Prof. Dr. Malte Hagener als Vertreter der „Digital Humanities“ repräsentieren die Philipps-Universität. Sie übernimmt vor allem die Aufgabe, die Qualität von Daten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
Das geschieht über die Etablierung einer FAIR (Findable, AccessibleInteroperable, and Re-usable) Data-Clearingstelle am DDK. Ziel ist, Daten gut und sicher nutzbar zu machen, indem gemeinsame fächerübergreifende Standards für Forschungsdaten erarbeitet und weiterentwickelt werden.
NFDI4Culture wurde über zwei Jahre in enger Zusammenarbeit zwischen elf Fachgesellschaften, neun Trägerinstitutionen und 52 Partnern entwickelt. Zu den Trägerinstitutionen gehören vier Universitäten (Heidelberg, Köln, Marburg, Paderborn), drei Infrastruktureinrichtungen (FIZ Karlsruhe, TIB Hannover, SLUB Dresden), die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.
Beim Konsortium NFDI4BioDiversity geht es um Biodiversität, Ökologie und Umweltdaten. Unter der Federführung der Universität Leipzig sind aus Marburg Prof. Dr. Bernhard Seeger vom Fachbereich Mathematik und Informatik und das Servicezentrum für digital gestützte Forschung beteiligt. Bernhard Seeger entwickelt eine Plattform für Datenmanagement, die es Forscherinnen und Forschern erleichtert, Daten zu analysieren und zu publizieren. Das Servicezentrum unterstützt durch eine Trainingsplattform, die zusammen mit der Universität Göttingen entwickelt wird.
Bund und Länder haben am Freitag (26. Juni) in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) neun von 22 antragstellenden Konsortien für die Förderung ausgewählt. Grundlage dafür bildete eine Förderempfehlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Die NFDI ist eine Innovation in der deutschen Wissenschaftslandschaft. Sie soll dazu beitragen, die oft dezentral, projektförmig und temporär gelagerten Datenbestände von Wissenschaft und Forschung für das deutsche Wissenschaftssystem systematisch zu erschließen. Die NFDI soll Standards im Datenmanagement setzen und als digitaler, regional verteilter und vernetzter Wissensspeicher Forschungsdaten nachhaltig sichern und nutzbar machen.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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