16 Schülerinnen: Jägertunnel mit Graffitis verschönert

16 Schülerinnen der Waldorfschule haben den Jägertunnel verschönert. Vier Tage lang haben sie für mehrere Stunden am Vormittag helle und freundliche Bilder an die Wände gesprayt.
Anstelle von unlesbarem Gekritzel und dunklen Farben schmücken nun etwa Blumen, ein Faultier, ein Regenbogen und ein Sonnenaufgang über dem Meer die Wände des 80 Meter langen Tunnels zwischen Alter und Neuer Kasseler Straße. Während ihrer Projektwoche haben 16 Schülerinnen der Waldorfschule mit ihrer Lehrerin Miriam Watson-Kastell den Jägertunnel neugestaltet. Die Kooperation mit der Schule war für die Stadt Marburg eine Selbstverständlichkeit, denn die Aktion trägt weiter dazu bei, den Jägertunnel aufzuwerten und ihn von seinem Image als „Angstraum“ zu befreien.
Nach der Installation der Videoanlage soll auch die optische Gestaltung zu einem gestärktem Sicherheitsempfinden beitragen. Helle und freundliche Farben sollen einem insgesamt positiveren Eindruck der Unterführung hervorrufen.
Als Oberthema hat die Gruppe „Sommer“ gewählt und als Motive beispielsweise eine Blumenwiese, ein Strandbild, Tropen und das Meer. Das Projekt steht in Verbindung mit den Feierlichkeiten anlässlich der Gründung der ersten Waldorfschule vor 100 Jahren unter dem Motto „Learn to change the world“. „Die Welt kann auch verändert werden in dem Sinne, dass wir sie verschönern und zwar nicht nur in der Schule, sondern zum Beispiel auch in Marburg“, erläuterte Watson-Kastell die Idee hinter der Malaktion.
Zwischen den freundlichen Motiven der 13- bis 16-jährigen Mädchen finden sich noch Graffiti, die während der Spray-Aktion ein Jahr zuvor entstanden waren. Eine Jugendgruppe hatte damals illegale Schmierereien, Sprüche und Beleidigungen mit künstlerisch gestalteten Bildern überdeckt.
Mit dabei war damals auch Mattis Hagenau, der die Waldorf-Schülerinnen nun gemeinsam mit seinem Graffiti-Künstler-Kollegen Julian de Bruyn in die Technik des Sprayens eingewiesen hatte. So hatten sie den Siebt- bis Neuntklässlerinnen auch erklärt, dass es Ehrensache unter Graffiti-Künstlern sei, dass nichts übersprayt wird, was noch gut aussieht. Die Bilder, die vor einem Jahr entstanden, werden nun von den neuen umrahmt.
Einige Bilder waren allerdings bereits ein Jahr nach der ersten Spray-Aktion von Sprüchen in schwarzer Farbe und Schmierereien wieder überdeckt. Auch die Rohre unterhalb der Tunneldecke seien davon stark betroffen gewesen, schilderte Watson-Kastell die vorherige Situation.
Nun sind sie in denselben Farben gestaltet wie die Bilder an den Tunnelwänden. Die verschandelten Werke wurden mit der Graffiti-Farbe einfach übersprüht.
Für den Zeitraum der Aktion hatte der Dienstleistungsbetrieb der Stadt Marburg (DBM) Baustellenschilder an beiden Tunnelseiten aufgestellt, um auf die Beeinträchtigung des Radverkehrs hinzuweisen. Manche Fußgänger und Radfahrer bedankten sich bei den Schülerinnen und ihrer Lehrerin und bewerteten die Aktion positiv, berichtete Watson-Kastell.

* pm: Stadt Marburg

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