Mut zur Wahrheit: Gudrun Muth mit 91 Jahren gestorben

Sie war eine „Ruferin in der Wüste“. Lauthals rief sie christliche Parolen. Dabei verfärbte sich ihr Gesicht blau.
Viele hielten sie für „krank“ oder „verrückt. Doch Gudrun Muth war „nur“ eine jener Persönlichkeiten, die der Welt wirklich etwas zu sagen haben. Was sie sprach und wie sie sich den Menschen zuwandte, das war stets von größter Empathie und christlichem Humanismus geprägt.
Mit ihrem Fahrrad fuhr sie häufig die Ketzerbach entlang und dann die Wilhelm-Roser-Straße hinauf zur Gabelsbergerstraße. Auch dabei rief sie ihre Sprüche aus der Bibel oder ihre Forderungen nach Frieden ebenso wie dann, wenn sie an der Kreuzung vor der Elisabethstraße stand.
Nach einem Schlaganfall war sie aus dem Straßenbild verschwunden. Im Februar hatte Muth einen weiteren schweren Schlaganfall.
Am Donnerstag (21. März) hat sie ihren Weg mit 91 Jahren beendet. Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Montag (1. April) um 11 Uhr in der Friedhofskapelle an der Ockershäuser Allee statt.
Mit Muth verliert Marburg ein weiteres seiner „Originale“, die sich herkömmlichen Konventionen entziehen. Ihre warmherzige Art und ihr Drang, sich für Frieden und Menschlichkeit einzusetzen, werden in Erinnerung bleiben.

* Franz-Josef Hanke

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