Gruppe Goten: Eine Stunde bei den Pfadfindern

„Hoffentlich kann ich noch an der Stunde teilnehmen“, denke ich auf dem Weg zu den Pfadfindern. Die Mitglieder der Gruppe Goten treffen sich wie jeden Montag zur Gruppenstunde.

Es ist Montag (18. März). Ich habe mich beeilt, um den Bus zum Stadtwald zu bekommen. Als ich gerade an der Bushaltestelle ankomme, fährt er leider schon los.
Ich laufe zu einer anderen Haltestelle. In einer halben Stunde beginnt schon das Gruppentreffen, ich werde nicht mehr pünktlich sein. Seit 2012 bin ich bei den Pfadfindern. Meine Mutter wollte mich dazu bringen, etwas aktives zu machen. Sie hat mir die Pfadfinder gezeigt und es hat mir gefallen.
Meinen Rucksack habe ich wie immer dabei. darin befindet sich auch meine Pfadfinderkluft.
Die Pfadfinderkluft hat Robert Baden-Powell in seinem Buch „Scouting for Boys“ 1907 vorgestellt. Der Gründer der Pfadfinder wollte seine Gruppe damit erkennbar machen. Außerdem soll sie innerhalb der Gruppe eine Trennung von arm und reich durch unterschiedliche Kleidung verhindern. So wird niemand ausgeschlossen, der wenig Geld hat. Jeder Pfadfinderbund hat unterschiedliche Kluften mit verschiedenen Aufnähern. Unsere Pfadfinderkluft ist Hellbesch.
Ich bin jetzt bei der anderen Bushaltestelle angekommen und warte auf den nächsten Bus. Ich habe Glück, er kommt in drei Minuten. Auf der Fahrt denke ich darüber nach, was wir heute machen könnten. Bei den Gruppenstunden spielen wir Spiele, lernen, wie man knotet oder ein Pfadfinderzelt („Kothe“) aufbaut oder wir machen Musik. Derzeit ist immer eine Sippe für die Gruppenstunde verantwortlich.
Sippen sind kleine Gruppen mit Gleichaltrigen. Bei uns werden die Sippen nach Tiernamen benannt. Ich bin in der Sippe Mammut. Der Jüngste in der Gruppe ist 10, der älteste 22 Jahre alt.
Beim Gruppenraum angekommen, sehe ich gleich die anderen draußen. Wir haben nur noch eine Dreiviertelstunde Zeit. Sie haben Seile in der Hand und lernen verschiedene Knoten. Ich gehe zu ihnen und knote mit. Dann teilt sich die Gruppe in zwei Reihen auf. Jeder knüpft einen Knoten und gibt das Seil dann weiter. Die Zeit wird gemessen. Die schnellere Gruppe gewinnt.
Die Pfadfinder üben sich bestimmten Tätigkeiten. Es gibt aber auch zehn Pfadfindergesetze. Dazu gehören unter anderem „Ein Pfadfinder ist ein Freund zu allen und ein Bruder eines jeden Pfadfinders“ und „Ein Pfadfinder ist Freund aller Tiere“. Zudem soll der Pfadfinder auch jeden Tag eine gute Tat vollbringen.
Wir gehen in den Gruppenraum und essen Gummibärchen. Im Gruppenraum singen wir ein Lied. Dazu spielt der Gruppenleiter Gitarre. Zum Abschluss gibt es den Schlusskreis. Alle stellen sich im Kreis und jede Sippe ruft ihren Sippenruf. Danach wird die Stunde mit dem Ruf „Europapfadfinder allzeit bereit“ beendet. Dabei heben die Pfadfinder, die ein Versprechen abgelegt haben, die Hand zum Pfadfindergruß.
Die Möglichkeit das Pfadfinderversprechen abzulegen bekommt man, wenn die Gruppe einen dazu bereit hält. Dann verspricht man, sich an Die zehn Pfadfindergesetze zu halten. Den Heimweg muss ich nicht mehr im Bus antreten. Ein anderer Pfadfinder nimmt mich netterweise mit. Seine gute Tat für diesen Tag hat er damit vollbracht.

* Luca Mittelstaedt

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