„Marburg macht.“ aus Standort Zukunft. Unter diesem Motto soll eine neue Kampagne Marburg als Standort-Stärken.
Sie soll Unternehmen stärken, Fachkräfte gewinnen und neue Betriebe für Marburg interessieren: Mit der Standortkampagne „Marburg macht.“ rückt die Universitätsstadt ihre Qualitäten als Wirtschafts-, Wissenschafts- und Lebensstandort in den Mittelpunkt. Ein zentraler Baustein ist das neue Standortmagazin. Auf 20 Seiten zeigt es, was Marburg Unternehmen und Beschäftigten bietet –
von starken Netzwerken für erfolgreiches Arbeiten und Wirtschaften bis hin zu den vielfältigen Angeboten für Freizeit und Familie. Die Broschüre steht unter www.marburg.de/wirtschaft zum Download bereit und bündelt zahlreiche „Key-Facts“ über die Stadt, wie etwa über Marburg als starken Arbeitsstandort mit 46.600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Fast zwei Drittel davon pendeln nach Marburg ein. Die Stadt bietet Arbeitsplätze mit einer Anziehungskraft weit über die Stadtgrenzen hinaus.
Ein großer Talentpool ist die Philipps-Universität mit22.000 Studierenden und mehr als 200 Studiengängen. Sie bietet Unternehmen Zugang zu qualifiziertem Nachwuchs und wissenschaftlicher Expertise. Rund 23 Prozent der Studierenden kommen aus dem Ausland. Das ist ein Plus für internationale Vernetzung.
Die Stadt bietet einen hohen Freizeitwert: mehr als 300 Gaststätten und Lokale werden ergänzt durch kurze Wege ins Grüne. Gastronomie, Kultur und die historische Altstadt treffen auf Lahn, Parks und Wälder, die häufig nur wenige Minuten entfernt sind.
„Marburg verbindet wissenschaftliche Exzellenz, unternehmerische Stärke und hohe Lebensqualität“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Mit Marburg macht. zeigen wir, welche Chancen daraus entstehen – für Menschen, die hier arbeiten und leben möchten, ebenso wie für Unternehmen, die hier investieren und wachsen wollen.“
Das Magazin stellt die wirtschaftliche Vielfalt Marburgs vor: Pharma- und Biotechnologie, Universität und Universitätsklinikum prägen den Standort ebenso wie mittelständische Betriebe, Handwerk, Handel und Dienstleistungen. Hinzu kommen Informationen zu Gründung und Innovation, Kinderbetreuung und Bildung, Gesundheitsversorgung, Mobilität und Verkehrsanbindung, Kultur und Freizeit.
„Wer eine neue Stelle antritt, entscheidet sich häufig auch für einen neuen Lebensmittelpunkt. Deshalb brauchen Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung überzeugende Antworten auf Fragen zum Alltag, zu Angeboten für Familie und Freizeit oder zur Erreichbarkeit“, erläuerte Jörg Peil von der Kreishandwerkerschaft. „Das Standortmagazin bündelt diese Informationen. Es gibt unseren Betrieben ein Instrument an die Hand, mit dem sie Bewerberinnen und Bewerbern Marburg näherbringen können.“
Dabei setzt die Kampagne auf Menschen aus der Stadt und echte „Marburgliebe“. Über ein Casting auf Instagram wurden echte Marburgerinnen und Marburger als Models für die Broschüre gesucht. Auch Unternehmen und ihre Geschichten bekommen in der Kampagne Raum: Das Stadtmarketing stellt lokale Betriebe auf LinkedIn vor. Ergänzend sollen über soziale Medien – insbesondere LinkedIn –
regelmäßig Fakten und Vorteile des Standorts zielgruppengerecht und modern vermittelt werden.
Die Kampagne ist Teil umfassender Bemühungen, den Wirtschaftsstandort Marburg weiter zu stärken. Die Stadt setzt dabei auf die Überzeugung, dass sich Herausforderungen am besten im Miteinander bewältigen lassen. Formate wie das Wirtschaftsdinner und das Wirtschaftsfrühstück bringen Unternehmen miteinander, aber auch mit der Verwaltung und weiteren Akteur*innen der Stadtgesellschaft ins Gespräch. Solche Formate bieten Raum, um Anliegen frühzeitig aufzugreifen, Erfahrungen auszutauschen und Kooperationen anzustoßen.
Im Alltag unterstützt die Wirtschaftsförderung Betriebe als Lotsin bei Fragen und Anliegen an die Verwaltung. Sie vermittelt Kontakte und hilft auch bei der Suche nach geeigneten Flächen. „Standortförderung beginnt damit, zuzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden“, betonte Jana Schönemann von der Wirtschaftsförderung. „Wir bringen Unternehmen mit den richtigen Ansprechpersonen zusammen und begleiten ihre Anliegen.“
Eine weitere wichtige Zielgruppe der Standortkampagne sind Gründer*innen. Mit der „Lovedis Startup Factory“ hat die Philipps-Universität Marburg gemeinsam mit den mittelhessischen Hochschulen und Unternehmen der Region die Basis für mehr Startups und Innovation geschaffen. „Ziel ist es, Gründungen zu unterstützen und wissenschaftliche Erkenntnisse noch besser in unternehmerische Anwendungen zu überführen“, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Thomas Nauss. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung und Entwicklung des Pharma-
und Life-Science-Standorts. „Unübersehbar befindet sich die Branche und der Standort in einer Transformation“, stellte Oberbürgermeister Spies fest. „Wir lassen es aber nicht einfach geschehen, sondern gestalten die Transformation aktiv im Miteinander.“
Daran arbeiten Standort-Unternehmen, Standortmanagement, die Universität, das Land Hessen und die Stadt gemeinsam in einer Taskforce. Ein zentrales Vorhaben ist unter anderem, einen sogenannten „Startup- und Innovations-Hub“ zu schaffen. Wissenschaft, erfahrene Branchenexpert*innen und mutige Gründer*innen sollen hier zusammenkommen und Seite an Seite an der Umsetzung neuer Ideen arbeiten. „Wir sind einer Realisierung so nah wie noch nie“, erklärte Oberbürgermeister Spies.
Für den Erhalt wichtiger Strukturen am Pharma- und Life-Science-Standort hat er sich kürzlich mit einem offenen Brief an Verantwortliche in Land und Bund gewandt. „Nach den jüngsten Äußerungen von BioNTech konnte für das Werk in Marburg kein Investor gefunden werden. Damit droht ganz unmittelbar der Verlust des größten und entscheidendsten mRNA-Produktionsstandortes in Europa und damit einhergehend der Verlust von Infrastruktur und Know-How, die für die Versorgungssicherheit unseres Landes mit Impfstoffen und des gesamten Kontinents von zentraler Bedeutung sind“, schrieb Spies darin. Er forderte die Bundespolitik dazu auf, sich mit aller Kraft für den Erhalt der Produktion in Marburg einzusetzen und stabile und attraktive Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen.
Unabhängig davon baut die Stadt die Netzwerke vor Ort zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung weiter konsequent und mit hoher Priorität aus. „Ein solch eng verknüpftes Ökosystem ist in dieser Form einzigartig und für Marburg als Wirtschaftsstandort ein Alleinstellungsmerkmal, ein echter USP“, sagte Jana Schönemann. „Diesen, aber auch die vielen anderen Stärken Marburgs stellen wir mit der Kampagne ins Rampenlicht.“
Geschäftsführer Dennis Will von der FKR Baucentrum GmbH ergänzte: „Marburg ist für mich weit mehr als nur Heimat. Ich bin hier persönlich verwurzelt; und auch unser Unternehmen ist seit Generationen eng mit der Stadt verbunden. Was Marburg besonders macht, sind die Menschen und Unternehmen, die gemeinsam etwas bewegen. Genau das entspricht auch dem Leitgedanken unseres Unternehmens: Gemeinsam sind wir stärker.““
* pm: Stadt Marburg